Massivtransfusion – logistische und therapeutische Aspekte
Zusammenfassung
Eine Massivtransfusion ist für viele Krankenhäuser kein alltägliches, aber dennoch in unterschiedlicher Häufigkeit immer wieder auftretendes Problem. Für die klinische Definition ist ein persistierender Transfusionsbedarf innerhalb eines eng begrenzten Zeitraumes, die hämodynamische Instabilität und eine problematische Blutungslokalisation bedeutsam. Therapeutisches Ziel ist der schnellstmögliche Stopp der Blutung mit der grob orientierenden Zielgröße eines tastbaren Radialispulses. Ätiologisch sind eine Koagulopathie (Störung des Organsystems Gerinnung) von einer traumatischen Blutung durch Gewebezerstörung zu unterscheiden; Mischformen sind jedoch häufig. Standardlaborparameter werden weltweit zur Diagnostik benutzt, auch wenn sie nur bedingt aussagekräftig sind. Effektiver und schneller ist die bettseitige Nutzung von sog. viskoelastischen Tests in Kombination mit einer Thrombozytenfunktionsdiagnostik. Jedes Krankenhaus soll ein spezifisches, eskalierendes Massivtransfusions- und Gerinnungsprotokoll mit vordefinierten Interventionstriggern haben. Bei jeder Massivblutung sollte die Anwendung der Prinzipien der „damage control resuscitation“ erwogen werden. Während der anhaltenden Blutung sollte das Konzept der permissiven Hypotension angewandt werden, wenn keine Kontraindikationen vorhanden sind. Für eine suffiziente Gerinnungstherapie sind der Erhalt der Rahmenbedingungen, die Gabe von Tranexamsäure sowie die individuelle Transfusionstherapie mit Blutpräparaten und Faktorenkonzentraten bedeutsam. Innerhalb von 24 Stunden nach Blutungsstopp ist eine Thromboseprophylaxe zu erwägen. Eine suffiziente Dokumentation der transfundierten Gerinnungspräparate ist wichtig.
For most hospitals, massive transfusion is a rare, but occasionally appearing problem. The clinical definition is characterised by persistent transfusion requirements within a short time, haemodynamic instability and a problematic bleeding localisation. The treatment of bleeding is to stop the bleeding, aiming at a palpable radial pulse. Aetiologically, a coagulopathic (caused by a disturbance of the coagulation system) and a traumatic (caused by tissue injury) bleeding must be differentiated, while mixed forms are common. Standard laboratory parameters are used all over the word, while their effectiveness was never proven. Point of care diagnostics with viscoelastic tests and platelet functional analyses are quicker and more useful. A damage control resuscitation approach with permissive hypotension should be considered for every life-threatening bleeding. Essential are the preservation of preconditions, the application of tranexamic acid together with an individualised transfusion of blood products and coagulation factors. Within 24 h of stopping the bleeding, a thrombosis prophylaxis should be considered. An accurate documentation of transfused compounds is recommended.
Neues aus der Rubrik „Was tun wir bei …?“
Indikationen zur Gabe von Blutprodukten in der Palliativmedizin (und in der Intensivmedizin)
Zusammenfassung
Obwohl bei der Hämotherapie in der Palliativmedizin auch eine „normale“, teils Leitlinien-gerechte Indikationsstellung möglich ist, werden Therapieentscheidungen häufig unter ethischen Gesichtspunkten bewertet. Da es für die Gabe von Blutprodukten keine durch große randomisierte Studien belegte Mindestgrenzwerte für die Indikation zur Transfusion gibt, gehen die meisten Empfehlungen in den Leitlinien auf Expertenmeinungen zurück, die auf jahrzehntelangen, wohlmeinenden Erfahrungen beruhen. Allein aufgrund von Erfahrungsberichten von Ärzten, die vorwiegend Patienten behandeln, die aus vorwiegend religiösen Gründen Bluttransfusionen ablehnen, lassen sich Rückschlüsse auf absolut lebensnotwendige Grenzwerte ziehen. Trotzdem sind die Kriterien für einen absoluten Verzicht auf die Gabe von Blutprodukten als eine der möglichen Therapiebegrenzungen nach wie vor sehr vage; ggf. auch ein Grund dafür, dass in der Palliativmedizin die Bluttransfusionen mit der Hämodialyse und Antibiotikagabe oft zu den ersten Therapiemaßnahmen gehören, die abgesetzt werden. Bei der Indikationsstellung müssen vor allem die palliativen Therapieziele definiert und berücksichtigt werden, wie z. B. die effektive Linderung von Sterbesymptomen nach dem HospizGedanken: „Menschen helfen, gut zu leben, bis zuletzt“. Dazu gehören auch die Grundgedanken bei der Indikationsstellung: Wohltun (Evidenz-basiert), Selbstbestimmung (Patienten-Autonomie), Schaden vermeiden (ggf. transfusionsbedingte Verschlechterung bei der Mortalität) und Gerechtigkeit (Knappheit der Blutprodukte). Bei einer guten Strukturierung dieser Überlegungen begrenzt man medizinische „futility“ ohne dem „therapeutischen Nihilismus“ zu erliegen (Oudenotherapie nach Bleuler). Dafür sind Ethik-Komitees an den Kliniken mit ihren ausgebildeten Ethikberatern eine wertvolle Hilfe, die jedoch nicht nur auf Anfrage bei einzelnen Fallberatungen tätig werden, sondern auch im Rahmen von Ethikvisiten schwierige Krankheitsverläufe interdisziplinär besprechen sollten. Der Sachverstand der Transfusionsmediziner wäre hier sicherlich für eine gerechte Zuteilung der Blutprodukte - letztendlich für alle Patienten - sehr hilfreich. Und das nicht nur auf der Palliativstation, sondern auch für die vielfältigen Transfusionen auf der kurativ konzipierten Intensivstation.
Despite the fact that even palliative medicine allows for a „normal“ indication for blood transfusion in accordance with official guidelines, therapy decisions are often made from an ethical viewpoint. Since the administration of blood products can only refer to a few big randomised studies on the lowest limit for a transfusion trigger, most of the recommendations in the actual guidelines go back to expert opinions based on decade long well-meant observations. The experience from medical doctors who treat patients who refuse a blood transfusion on religious grounds, allows us to draw conclusions on the absolute vital limits. The criteria for an absolute refusal of blood transfusion in a palliative situation are still very vague. In fact, this may also be one reason why in palliative medicine blood transfusions, haemodialysis and the administration of antibiotics are the first therapeutic measures that are stopped. The palliative therapeutic goals in the spirit of the hospice guiding principle: “Help people to live well to the end” have to be defined and considered before making a decision on the treatment. This includes wellbeing (evidence based), self-determination (patient autonomy), prevention of harm (a blood transfusion is not a means of pain therapy) and fair distribution (shortage in blood products). If all these considerations are well structured, the medical “futility” can be limited without submitting to “therapeutic nihilism” (OudenoTherapy acc. to Bleuler) Qualified ethical counsellors in hospitals are valuable assets, however they should not only advise on specific cases but also be included in interdisciplinary discussions in the scope of ethics visits in case of severe disease progression. The expertise of transfusion specialists would probably be helpful for all patients with regard to a fair distribution of blood products, not only on the palliative ward but also for the various transfusions that take place on the curatively structured intensive care unit.
Bericht vom internationalen Expertentreffen der Weltgesundheitsorganisation zu „emerging infections“ und Blutsicherheit
Zusammenfassung
Mitte Juni 2017 trafen sich auf Einladung der Weltgesundheitsorganisation 28 Experten aus aller Welt für zwei Tage in Genf in der WHO-Zentrale, um einen Überblick über die Lage der (wieder) neu auftretenden Infektionskrankheiten (Englisch: (re-)emerging infectious diseases; kurz: EID) und deren Einfluss auf die weltweite Blutversorgung zu geben. Besonderer Wert wurde dabei auf diejenigen Voraussetzungen gelegt, die weltweit für die Risikoeinschätzung und das Risikomanagement beim Auftreten einer solchen globalen Bedrohung notwendig sind. Neben Berichten zu den einzelnen EID-Ausbrüchen der vergangenen Jahre sowie dem diagnostischen und therapeutischen Vorgehen auf den verschiedenen Kontinenten lag ein Schwerpunkt auf den aus den bisherigen EID-Ausbrüchen gemachten Erfahrungen und deren Nutzen für zukünftige Krisen. Es wurden mehrere unterschiedliche, Internet-basierte Unterstützungsprogramme vorgestellt, die im Vorfeld bzw. bei Auftreten eines EID-Ausbruchs nationale Entscheidungsträger bei der risikobasierten Entscheidungsfindung zum Schutz der Blutversorgung unterstützen können. Dazu diskutierten die versammelten Mikrobiologen, Virologen, Epidemiologen, Transfusionsmediziner, Biomathematiker und Statistiker mit Vertretern der nationalen und internationalen Aufsichtsbehörden.
The World Health Organisation (WHO) invited 28 technical experts from all over the world for a two-day global consultation at the WHO headquarters in Geneva from June 14 to June 15, 2017. The topic of this consultation was to give an assessment of the impact of newly or re-emerging infectious diseases (EID) on global blood supply. Influences and requirements for risk estimation and decision making support were the principal discussion topics here. After several reports of different EID outbreaks occurring within the recent years and discussion of the diagnostic and therapeutic approaches on all continents, the experts shared common experiences from these outbreaks and benefits for future occurrences. Several different computer and internetbased supportive programmes were presented assisting national responsible experts in their risk based decision making for blood safety. Microbiologists, virologists, epidemiologists, transfusion medicine specialists, biomathematicians and statisticians discussed these topics during the WHO global technical expert consultation with national and international regulators.
Diagnostik von angeborenen und erworbenen Thrombozyten-Erkrankungen
Zusammenfassung
Eine Thrombozytendysfunktion kann sowohl durch einen hereditären Thrombozytendefekt als auch durch Begleiterkrankung oder Medikamente verursacht sein. Zu den Erbkrankheiten gehört beispielweise die verminderte Expression und Funktion der Membranrezeptoren. Erworbene Störungen der Thrombozytenfunktion sind häufiger und meist Folge von Krankheiten oder eingenommenen Medikamenten. Das klinische Bild von Patienten mit thrombozytären Erkrankungen kann sehr heterogen sein. Häufig treten multiple Petechien der Haut, typischerweise am deutlichsten im Bereich der Unterschenkel, verstreute kleine Ekchymosen nach Bagatelltraumen oder Schleimhautblutungen auf. In diesem Beitrag werden wir eine kurze Zusammenfassung über die aktuellen Labormethoden zur Thrombozytenfunktionstestung und Antikörperdiagnostik vorstellen, um die Wahl der bestmöglichen Testmethode für Patienten mit thrombozytären Erkrankungen zu optimieren.
Platelet dysfunctions can be caused by inherited platelet disorders as well as comorbidities or drugs. Platelet function testing is both complex and labor intensive. Evaluation of platelet count, review of peripheral blood cell morphology and bleeding assessment tools can aid the initial differential diagnosis. For patients requiring further laboratory testing, platelet aggregometry, secretion assays and immunofluorescence are the most useful next steps and will direct further specialized testing including flow cytometry, electron microscopy and genetic diagnostics. Standardization of platelet function analysis and antibody testing are very essential and can optimize diagnosis and assure quality results. In this article we will focus on current laboratory methods which can be used to identify the underlying defects in platelet disorder. Information provided in this article will allow applying the best possible diagnostic and therapeutic approach to patients with inherited as well as acquired platelet disorders.
Zur Anwender-Reklamation „Koagel in Erythrozytenkonzentraten“
Zusammenfassung
Aus den Untersuchungsergebnissen von reklamierten Erythroyztenkonzentraten mit Koageln ergeben sich wichtige Hinweise zur Transfusionstechnik. Wenn während einer Transfusion Patientenblut in das Transfusionsbesteck und ggf. bis in den Blutbeutel läuft, kann dieses zu einer massiven Koagelbildung führen. Deshalb muss vor dem Abhängen des Blutbeutels vom Infusionsständer für Patiententransporte und Untersuchungen stets die Rollenklemme verschlossen werden.
Results of laboratory analysis of red cell concentrates with clots provide important information on transfusion technology. If, during a transfusion, the patient's blood runs into the transfusion set and, possibly into the blood bag, this can lead to a massive formation of clots. Therefore, before the blood bag is taken off the infusion stand for patient transport and examinations, the roller clamp must always be closed.
Periinterventionelles Management direkter oraler Antikoagulanzien (DOAKs)
Zusammenfassung
Das periinterventionelle Management von Patienten mit oraler Antikoagulation bedarf einer umfassenden Abwägung potentieller Blutungs- und Thromboembolierisiken. Daran angelegt erfolgen Entscheidungen, ob und mit welchem zeitlichen Abstand zur Operation die Medikation abgesetzt oder mittels nichtoraler Antikoagulanzien überbrückt werden muss. Im Vergleich zu klassischen Gerinnungshemmern (z. B. Vitamin-K-Antagonisten) erweisen sich direkte orale Antikoagulanzien (= DOAKs) aufgrund ihrer direkten, faktorbezogenen (IIa, Xa) Wirkung und ihrer kurzen Halbwertszeiten in der Regel als besser steuerbar. In Abhängigkeit vom individuellen Risikoprofil des Patienten kann eine DOAK-basierte Antikoagulation häufig bis kurz vor den Eingriff (circa 1–3 Tage) fortgeführt werden. Eine Umstellung auf niedermolekulares oder unfraktioniertes Heparin ist meist nur bei hohem Thromboembolierisiko oder maximalem Blutungsrisiko erforderlich. Neben einer umfassenden Anamnese tragen spezielle Laborverfahren (z. B. Anti-Xa-Aktivität, verdünnte Thrombinzeit) zur Abschätzung des aktuellen Wirkspiegels bei und unterstützen die Entscheidungsfindung. Dabei muss die Nierenfunktion besondere Beachtung finden, da eine mögliche Insuffizienz die Clearance-Rate der DOAKs herabsetzt und ihre Wirkzeit so deutlich verlängern kann. In Notfallsituationen muss beachtet werden, dass aktuell in der klinischen Routine nur für Dabigatran (Faktor IIa-Inhibitor) ein spezifisches Antidot zur Verfügung steht, während eine Reversierung der Faktor Xa-Inhibitoren nur mit nicht-spezifischen Maßnahmen (z. B. PPSB, aPPSB) und damit weniger gezielt erfolgen kann.
Perioperative management of patients treated with oral anticoagulants requests balancing the risks of bleeding versus thromboembolism. Any decision on stopping anticoagulation preoperatively or bridging/ switching to a different type of anticoagulant (e.g. heparin) is based on the individual risk profile. As direct oral anticoagulants (= DOACs) directly inhibit the function of clotting factors (IIa, Xa) and exhibit a much shorter half-life, monitoring is easier compared to classical anticoagulants, such as vitamin-K-antagonists. Depending on the individual risk profile, it is possible and medically adequate to continue the DOAC-based anticoagulation until shortly before surgery (approx. 1–3 days). Switching/ bridging is only indicated in special circumstances, e.g. high risk of thromboembolisms or maximal risk of bleeding. Beside a comprehensive medical history, various coagulation tests such as anti-Xa-activity or diluted thrombin time can inform clinicians about the therapeutic drug effects. As renal insufficiency reduces the clearance rate of DOACs and thereby prolongs the anticoagulation effect, special attention needs to be directed to the renal function of the individual patient. In case of acute bleeding, an antidote to quickly reverse the anticoagulant activity is only available for dabigatran (factor IIa-inhibitor) .
Selbstinspektionen in der Hämotherapie
Zusammenfassung
Die Hämotherapie Richtlinien fordern die Funktionsfähigkeit des Qualitätssicherungssystems in der Hämotherapie durch regelmäßige Selbstinspektionen zu überprüfen. Dieser Soll-/Ist-Abgleich erfolgt jenseits der externen Begehungen und Audits durch den Qualitätsbeauftragten für die Hämotherapie. Wir stellen hier ein einfaches und in der Praxis erprobtes System vor, das es ermöglicht mit überschaubarem Aufwand wirkungsvolle nachhaltbare Selbstinspektionen durchzuführen.
Regularly performed self-inspections are an essential component within the quality management system in clinical hemotherapy beyond external audits. Here we describe a simple, effective and pragmatic approach for systematic and sustainable self-inspections in a clinical setting.
Die Suche nach einem Fremdspender im ZKRD
Zusammenfassung
Das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) ist hierzulande die Informationsdrehscheibe bei der Suche nach geeigneten nicht verwandten Blutstammzellspendern. Als Kompetenzzentrum für diesen hoch spezialisierten Bereich der medizinischen Versorgung organisiert und unterstützt das ZKRD den komplexen Prozess der Spendersuche im In- und Ausland, so dass dieser so schnell, transparent und wirtschaftlich wie möglich abläuft. Auch nach der Identifikation des passenden Spenders unterstützt das ZKRD heute die weiteren Abläufe bis hin zur Lieferung der lebensrettenden Zellen an das Transplantationszentrum. In den 25 Jahren seines Bestehens hat das ZKRD wesentlich zur Weiterentwicklung, Standardisierung und Automatisierung der Prozesse und zur Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit in diesem Bereich beigetragen und zählt seit langem zu den erfolgreichsten Registern weltweit.
The German National Bone Marrow Donor Registry (ZKRD) is the nation's informational hub with respect to the search for an unrelated blood stem cell donor. As a center of competence for this highly specialized field of medical care, the ZKRD organizes the search for donors at a national and international level in order to assure that this complex process operates as quickly, transparently and economically as possible. Even after a suitable donor has been identified, the ZKRD assists in coordinating subsequent processes, up to provision of the life-saving cells to the transplant center. Since being founded 25 years ago, the ZKRD has contributed significantly to the further development, standardization and automation of processes, as well as to improvements in international collaboration in this field, and for years has been among the most successful registries worldwide.
Therapeutische Hämapherese
Zusammenfassung
Bei der therapeutischen Hämapherese werden krankhafte Blutzellen oder Plasma aus der Zirkulation entzogen und ggf. durch gesunde Blutbestandteile ersetzt. Die therapeutische Hämapherese kann als Erstlinientherapie zur Behandlung lebensbedrohlicher Zustände alleine oder in Kombination mit einer medikamentösen Therapie eingesetzt werden. Amerikanische Empfehlungen mit Einteilung in Kategorien und Empfehlungsgraden haben sich für die Indikationsstellung zur therapeutischen Hämapherese bewährt. Die Kinetik der zu entfernenden Zellen bzw. Substanz muss bei der Planung der therapeutischen Hämapherese berücksichtigt werden. Neue Medikamentenentwicklungen sind beim künftigen Stellenwert der therapeutischen Lipidapherese zu berücksichtigen.
During therapeutic hemapheresis, pathologic blood components are removed from the circulation and replaced by healthy donor cells or plasma if necessary. Therapeutic hemapheresis is used as first line therapy alone or in combination with drug therapy. Guidelines of the American Society for Apheresis using categories and recommendations of therapeutic hemapheresis are widely used. The kinetics of the pathological substance which has to be removed must be taken into consideration when planning therapeutic hemapheresis. The development of new drugs has to be taken into consideration in future indication of lipid apheresis.
Leserfragen
Selbstinspektionsbogen
Inkompatibles Universal-Erythrozytenkonzentrat bei seltener Rhesus-Inkompatibilität zwischen Mutter und Kind
Zusammenfassung
Ein Neugeborenes wurde mit ausgeprägter Anämie stationär aufgenommen, nachdem es post partum bereits eine Transfusion mit „Baby-EK“ (0 Rh. neg., Rhesusformel ccddee) erhalten hatte. Die immunhämatologischen Untersuchungen zeigten Auffälligkeiten durch Mischfeldagglutinationen in der Blutgruppenbestimmung und ein positives Ergebnis im Antikörpersuchtest mit dem Nachweis der Alloantikörper Anti-c und Anti-E. Der direkte Coombstest hingegen war negativ. Nach Rücksprache mit der Klinik bestätigte sich der Verdacht eines Morbus haemolyticus neonatorum. Dieser war bereits anamnestisch aus Vorbefunden bekannt und wurde hervorgerufen durch die Immunisierung der Mutter gegen die kindlichen Rhesusmerkmale. Die resultierende Inkompatibilität mit einem klassischen Baby-EK wurde trotz Vorbefunden nicht beachtet, die erneute Gabe hätte die Hämolyse und die Anämie weiter verstärkt. Baby-EK dürfen deshalb nicht als universell verträglich angesehen werden, da sie in seltenen Fällen inkompatibel sein können.
A newborn with distinct anemia was hospitalised after transfusion (0 Rh negative, ccddee) in another hospital due to a post partum anemia. The relevant immuno-haematological analysis revealed abnormal agglutination in the blood grouping test and a positive result for indirect Coombs test on the newborn’s blood with subsequent specification of the alloantibodies anti-c and anti-E. However, direct Coombs test was negative. After consulting the clinic, the suspicion of a hemolytic disease of the newborn (HDN) was confirmed. It was already known due to previous findings and evoked via mother’s immunization against the infantile rhesus antigens. The resulting incompatibility with a classic baby blood bottle was not considered, and the recurrent transfusion would have intensified hemolysis and anemia. Blood bottles for newborns with rhesus constellation ccddee may therefore not be regarded as universal compatible, since there are uncommon constellations were they are rated highly incompatible.
Plasmaderivate im Krankenhaus
Zusammenfassung
Die Therapie von Krankenhauspatienten erfordert ein breites Spektrum von Plasmaderivaten. Um den einschlägigen Anforderungen bei der Beschaffung, Lagerung, Anwendung und Dokumentation gerecht zu werden, sind Aufgaben und Kompetenzen der Mitarbeiter festzulegen und im Sinne der Qualitätssicherung regelmäßig zu überprüfen.
The treatment of hospital patients requires a wide range of plasma derivatives. To meet the relevant requirements in the procurement, storage, use and documentation, duties and responsibilities of employees should be defined and in terms of quality assurance periodically checked.
Was tun, wenn die Strafverfolgungsbehörden vor der Türe stehen?
Zusammenfassung
Im Rahmen von Ermittlungsverfahren kann es auch in Einrichtungen der Krankenversorgung zu Anfragen, sowie zu unerwartetem und überraschendem „Besuch“ durch die Strafverfolgungsbehörden kommen. Im Extremfall bedeutet dies sogar Durchsuchung und Beschlagnahme. Kaum eine Arztpraxis oder Einrichtung der Krankenversorgung ist jedoch auf diesen Fall vorbereitet. Die Autoren geben hier Hinweise zum Verhalten in solchen Situationen.
It is feasible that in the context of preliminary proceedings, hospital institutions may be subject to unexpected enquiries or even a visit by a criminal prosecution authority. In extreme circumstances this may even involve a search warrant and confiscation. Doctors’ surgeries or hospital institutions are rarely prepared for this. The authors provide advice on how to deal with such situations.
Molekulargenetische Diagnostik bei seltenen angeborenen Gerinnungsstörungen und arrhythmogenen Herzerkrankungen
Zusammenfassung
Eine adäquate molekulargenetische Diagnostik bei angeborenen Erkrankungen liefert die Basis für eine individualisierte Diagnose und Therapie. Am Beispiel seltener Gerinnungsstörungen und arrhythmogener Erkrankungen wird die genetische Ursachenforschung angeborener Erkrankungen dargestellt. Einer molekulargenetischen Untersuchung kommt je nach Erkrankung neben der diagnostischen mitunter auch eine therapeutische, präventive und damit auch prognostische Bedeutung zu. Sie erlaubt unter Umständen eine Früherkennung sowie eine Familienberatung.
An adequate gene analysis will support individualized dignostics and therapy in medicine. Molecular research of inherited diseases is exemplified in rare disorders of blood coagulation and congenital cardiac arrhythmia. Molecular diagnostics and genetic testing are helpful in coagulation and cardiovascular diseases and may be useful for therapeutic and preventive decisions in addition to the diagnostic value. In particular, they may allow early detection of disease development and better family counselling.
Leukämiepatientin trifft Lebensretterin
Neues aus der Rubrik „Was tun wir bei …?“
Zusammenfassung
Obwohl im Regelfall das Rhesus-D-Antigen bei Erythrozytentransfusionen berücksichtigt wird, sind in der Praxis gelegentlich – in Einklang mit den Hämotherapie-Richtlinien – Abweichungen von der Regel erforderlich. Die Gabe RhD-positiver Erythrozytenkonzentrate an RhD-negative Patienten führt in etwa einem Drittel der Fälle zur Bildung von Anti-D und Autoantikörpern. Anti-D kann fatal sein für zukünftige Schwangerschaften, ansonsten entsteht daraus für die meisten Patienten kein großer Schaden. Es besteht wahrscheinlich keine Dosis-Wirkungs-Beziehung, die Gabe weiterer D-positiver EK nach der ersten derartigen Transfusion erhöht wohl nicht die Rate der Anti-D-Immunisierung. Spät einsetzende Hämolysen durch Autoantikörper mit protrahiert verlaufenden autoimmunhämolytischen Anämien sind allerdings ein Phänomen, welches man beachten sollte. Unmittelbar vor Transfusion muss eine Suche auf irreguläre Antikörper durchgeführt werden. Auch nach der Entlassung ist es erforderlich, auf die Bildung von Anti-D und sonstigen irregulären Antikörpern zu untersuchen, um ggf. einen Notfallausweis ausstellen zu können. Gut durchdachte und möglichst eindeutige Regelungen sind für jede Einrichtung notwendig, die von der Thematik betroffen ist.
RBC transfusions are usually performed Rhesus-D-Antigen compatible. However, under certain circumstances deviations from this rule are necessary and in accordance with the German “Hämotherapie-Richtlinien“. Transfusion of RhD-positive RBC to D-negative Patients results in an third of cases in Anti-D development and development of autoantibodies. Anti-D can be fatal for future pregnancies, otherwise for most patients no harm results. Presumably there is no dose-effect relation, i. e. application of additional D-positve RBC's after the first such transfusion doesn't enhance the rate of anti-D-immunisation. Late-onset-hemolysis induced by autoantibodies happens occasionally and should be cared for. Immediately before transfusion an negative antibody screen is warranted. After discharge, further screens are necessary to be able to issue a emergency pass if anti-D occurs. Well founded and unambiguous regulations are necessary in every concerned organization.
Leserfrage: Umfang der Risikoaufklärung vor operativen Eingriffen hinsichtlich einer eventuell notwendig werdenden Bluttransfusion
Leserfrage: Jahresstatistik über den Verbrauch von Blutprodukten
Der Hämoglobinwert als Transfusionstrigger für Erythrozytenkonzentrate
Zusammenfassung
Für die transfusionsmedizinische Gemeinschaft bricht derzeit ein goldenes Zeitalter an, in dem sich Empfehlungen für Transfusionen mehr und mehr auf ein hohes Maß an Evidenz zurückführen lassen. Erstmalig gibt es für eine Vielzahl von Patientengruppen, von intensivmedizinisch behandelten Patienten über Patienten mit Gastrointestinalblutungen bis hin zu Patienten nach chirurgischen Eingriffen, gute Belege aus qualitativ hochwertigen randomisierten klinischen Studien (RKTs) für angemessene Grenzwerte bei der Transfusion von Erythrozytenkonzentraten. Auch wenn die Indikation für eine Transfusion nicht automatisch von einer Patientengruppe auf eine andere übertragbar ist, liefern die verfügbaren RKTs dennoch eine exzellente Grundlage für die Entscheidung, ob eine Transfusion notwendig ist oder nicht. Diese RKTs zeigen eindeutig, dass das Auftreten von Nebenwirkungen in transfundierten Patienten nichts mit der Anzahl an Erythrozytentransfusionen zu tun hat. Daher wird eine Transfusion von roten Zellen, insofern sie indiziert ist, eher einen positiven Effekt auf den Genesungsprozess haben, als dass sie für den Patienten schädlich ist.
The transfusion medicine community is experiencing a true golden age of high quality evidence on which to base our recommendations for transfusion thresholds. For the first time, we have evidence from well performed randomized controlled trials that elucidates the appropriate red blood cell transfusion thresholds in a variety of patient populations ranging from those in the intensive care unit, to patient with gastrointestinal bleeds, to those who are post-surgery. While care should be taken not to over generalize transfusion thresholds from one patient population to another, these RCTs provide an excellent starting point when deciding whether an RBC transfusion is necessary or not. These RCTs also indicate that the rates of adverse events after receiving an RBC transfusion really are independent of receiving a transfusion, that is, the rates of various adverse events following receipt of an RBC transfusion are not higher amongst those who received more transfusions compared to those who received fewer units. Thus if a transfusion is clinically indicated, it will likely be more beneficial than harmful.
Die Immuntherapie – der Leuchtturm in der Krebsbehandlung?
Zusammenfassung
Das Immunsystem ist in der Lage, Tumore zu erkennen und zu zerstören. Die Entdeckung und Entwicklung von Immun-Checkpoint-Inhibitoren wie z. B. PD-1 (programmed cell death protein 1) und CTLA-4 (cytotoxic T-lymphocyte antigen 4) haben in zahlreichen klinischen Studien das Behandlungsspektrum von Tumorerkrankungen erweitern und ihre Heilungsraten signifikant verbessern können, so z. B. beim Melanom, beim Lungenkarzinom, beim Nierenzellkarzinom und weiteren Tumorentitäten. CAR-T-Zellen, BiTE-Technologie und Impfstoffe haben sich zusätzlich zu erfolgreichen therapeutischen Akteuren im Kampf gegen hämatologische und solide Neoplasien entwickelt. Um das Ansprechen auf eine Immuntherapie besser zu verstehen, ist jedoch die Entwicklung von Biomarkern und erweiterten histopathologischen Klassifikationen dringend erforderlich. In diesem Artikel möchten wir eine Zusammenfassung der Entwicklung der Immuntherapie mit dem Fokus auf die Checkpoint-Blockade durch monoklonale Antikörper und Beispiele für die Entwicklung neuer Biomarker geben.
The Immune system can recognize and eliminate tumors. The discovery and development of immune checkpoint blocking antibodies such as those against PD-1 (programmed cell death protein 1) and CTLA-4 (cytotoxic T-lymphocyte antigen 4) have demonstrated significant promise in many clinical studies against tumors such as melanoma, lung cancer, renal cell carcinoma and many others tumor entities. In addition, CAR-T-cells, BiTE-Technology and vaccines become successful therapeutic agents for the fight against haematological and solid tumors. Biomarkers and extended pathological classifications are necessary to predict the response and clinical outcome due to these novel approaches. In this article, we review the development of immunotherapy in cancer medicine focusing on checkpoint blocking antibodies and biomarker development.
Das Blutdepot in der Einrichtung der Krankenversorgung
Zusammenfassung
Qualitätssicherung in einem Krankenhaus-Blutdepot ist ein umfassendes Vorhaben, das an qualifiziertes Personal, geeignete Ausstattung und gut strukturierte und kontrollierte Arbeitsprozesse geknüpft ist. Im Vordergrund stehen dabei der Erhalt der Arzneimittelqualität und der sachgerechte Umgang mit der wertvollen Ressource Blut.
Quality assurance in a hospital blood depot is a comprehensive project, which requires qualified personnel, adequate equipment and facilities and particularly well-structured and controlled work processes. The focus has to be set on the proper handling of blood components to guarantee the quality of this valuable resource.
Patient Blood Management
Zusammenfassung
Blutarmut (Anämie) ist ein unabhängiger Risikofaktor für erhöhte Komplikationsraten. Dabei können diagnostische Blutentnahmen für z. B. Blutgasanalysen, Gerinnungstests, Blutbilder, Messungen von Elektrolyt-Spiegeln, Blutzucker und Stoffwechselparametern ebenso wie immunhämatologische Untersuchungen, Kreuz- und Verträglichkeitsproben sowie die mikrobiologische und virologische Diagnostik eine Anämie verstärken bzw. hervorrufen (= iatrogene Anämie). Durch Prozessoptimierung einschließlich der Nutzung von Point-of-care Tests und innovativen Blutentnahmesystemen kann die Blutentnahmefrequenz und -menge deutlich reduziert werden. Damit werden patienteneigene Ressourcen geschont. Neben einem mutmaßlich günstigen Effekt auf das Patientenoutcome sind positive finanzielle und ökologische Nebeneffekte zu erwarten.
Anemia has been identified as an independent risk factor for increased morbidity and mortality. Laboratory blood sampling to monitor coagulation, organ function, and acid-base status, to screen for nosocomial infections or to type and screen for blood product compatibility may intensify or cause anemia (= iatrogenic anemia). The frequency and volume of blood collection can be significantly reduced through process optimization, including the use of point-of -care testing and innovative blood collection systems. This conserves patients' resources, which will presumably have a beneficial effect on patient outcome. Furthermore, positive financial and environmental side-effects are to be expected.
Immunhämatologische Besonderheiten bei Personen mit Migrationshintergrund
Zusammenfassung
Chronischer Transfusionsbedarf bei Hämoglobinopathien, vorbestehende Alloimmunisierungen und abweichendes Antigenmuster können die transfusionsmedizinische Versorgung von Zuwanderern erschweren. Syrer besitzen eine ähnliche Blutgruppenverteilung wie Deutsche, die seltenen Phänotypen KK, Yt(a–) und In(b–) sind vermutlich etwas häufiger. Personen aus Afrika südlich der Sahara besitzen häufiger Antigenmuster, die eine Immunisierung gegen gegen hochfrequente Rhesusantigene und Fy3 erlauben.
Hemoglobinopathies causing chronic transfusion support, prior alloimmunisation and differing antigen distribution may hamper transfusion support for immigrants. Syrians have a blood group antigen distribution similar to Germans, while the rare phenotypes KK, Yt(a–) and In(b–) are likely more frequent. Individuals from sub-Saharan Africa often possess an antigen pattern which allows immunization against high prevalence antigens of the Rh blood group or Fy3.
„BIOBANK der Blutspender“
Zusammenfassung
Nach einer fünfjährigen Projektphase beendete die BIOBANK des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes im September 2015 erfolgreich ihr Arbeitspaket innerhalb des Spitzenclusters m4, das mit über einer halben Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde. Das Ziel des Teilprojektes „Biobank der Blutspender“ – eine innovative Plattform für die Entwicklung neuer und früh einsetzbarer Diagnostika innerhalb des Spitzenclusters m4 war die Neukonzeption der bestehenden Infrastruktur, um unseren Kunden Biobankproben zur Verfügung zu stellen, die den Qualitätsstandards und Spezifikationen der Biomarkerforscher genügen. Mit Hilfe der Spitzenclusterförderung sollte ein indikationsselektiertes Biobank-Probenlager bei < −80 °C implementiert und eine größere Anzahl von Proben durch eine Aliquotierung in kleinere Volumina erzielt werden. Somit werden auch Qualitätsverluste durch mehrmalige Auftau-Einfrierzyklen vermieden. Um dieses Ziel zu erreichen wurden zunächst unter den über fünf Millionen Proben, die bei −40 °C im Tiefkühllager des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes lagern, die Proben ausgewählt, die für die Biomarkerforschung von besonderem Interesse sind. Die Selektionskriterien, die dabei angewendet wurden, basierten auf den Erfahrungen bisher durchgeführter Kundenprojekte. In erster Linie wurden Proben von Spendern, die an Krebs, Herzkreislauferkrankungen oder Diabetes erkrankten und Proben von Spendern, die einen Schlaganfall erlitten, identifiziert. Zusammen mit den passenden Kontrollproben gesunder Spender wurden mit Ende des Clusterprogramms 25 000 Proben in das neue −86 °C Lager transferiert, wo sie nun in mehreren kleineren Aliquoten lagern.
After a five years project phase the “Blood Donor BIOBANK” at the Bavarian Red Cross blood donation service successfully completed in September 2015 its work package within the cluster initiative m4 that was funded by the BMBF with over half a million euros. The goal of the project „Blood Donor BIOBANK” – an innovative platform for the development of new, early applicable diagnostics within the cluster m4 was to redesign the original set-up of the existing BIOBANK in order to provide our customers with biobank samples that fulfill the highest quality standards and specifications of the biomarker researcher. During the period of m4 cluster initiative the project focused on the implementation of a disease specific sample storage at < −80 °C and an increased sample number by pipetting more and smaller sample aliquots of selected samples in order to avoid repeated freezing thawing processes. Therefore we selected from over five million samples stored at −40 °C in the storage facility at the Bavarian Red Cross Blood Donation Service samples of interest. The selection criteria that were applied were based on the experiences from former customers. Mainly samples from donors who developed cancer, heart disease, stroke or diabetes were identified. Together with the matching control samples from healthy donors we had 25 000 samples transferred into the new biobank storage facility by the end of the cluster program where they are stored in smaller sample volumes and at −86 °C.
Rekombinante Blutgruppenproteine: Neue Möglichkeiten in der Antikörperdiagnostik
Zusammenfassung
Der Nachweis von erythrozytären Antikörpern ist zentraler Bestandteil der prätransfusionellen Diagnostik für eine adäquate Versorgung immunisierter Patienten mit passgenauen Blutprodukten. Mit der Einführung von rekombinanten Blutgruppenproteinen (rBGPs) in die Immunhämatologie ist es nun auch weniger spezialisierten Laboren möglich, schwierige Antikörper und komplexe Antikörpergemische zuverlässig und schnell zu identifizieren. Die rBGPs liegen in löslicher Form vor, sind lange stabil und lassen sich im Hämagglutinationshemmtest in allen bekannten serologischen Testsystemen einsetzen. Die derzeitig verfügbare Palette an rekombinanten Proteinen umfasst Substanzen, die im klinischen Alltag häufig vorkommende Alloantikörper mit hoher klinischer Relevanz neutralisieren (z. B. Kell- und Duffy-Antikörper), und solche, die seltene Antikörperspezifitäten mit unterschiedlicher klinischer Relevanz binden. Von besonderem Interesse sind rBGPs, die Antikörper gegen hochfrequente Antigene hemmen, da diese mit den herkömmlichen Techniken sonst nur von Referenzlaboren, die im Besitz seltener Blutproben sind, detektiert werden können. Sowohl der erhöhte diagnostische Aufwand mit komplexen Antikörpern als auch der Zeitverlust, der mit der Versendung von Patientenblutproben in Referenzlabore einhergeht, erschweren eine optimale Versorgung mit passendem Blut. Mit der Technologie der rekombinanten Proteine wird auf der diagnostischen Seite der Blutversorgung eine Schwachstelle geschlossen, was insbesondere die Versorgungsqualität und -sicherheit vielfach transfundierter Patienten verbessern dürfte.
Red cell antibody detection is crucial in pretransfusion testing for ensuring an adequate blood supply for immunized patients requiring allogeneic blood transfusions. The introduction of soluble recombinant blood group proteins (rBGPs) in immunohematology allows even less experienced laboratories to rapidly and reliably identify rare antibodies and complex antibody mixtures. The rBGPs are provided as soluble reagents, are very stable and can be used in the hemagglutination inhibition assay in all common serological test systems. The current portfolio of rBGPs consists of substances that reliably neutralize common red blood cell alloantibodies with high clinical significance (e. g. Kell and Duffy antibodies) as well as proteins that bind to rare red blood cell antibodies of different clinical significance. Of special interest are rBGPs that inhibit antibodies to high frequency antigens, as these types of antibodies can only be determined by traditional methods in reference laboratories having rare blood samples in stock. Both the increased work-load associated with complex antibodies and the time lost due to shipping of samples to reference laboratories, impede the optimal supply of compatible blood units. By eliminating a critical weakness of current procedures, the technology of rBGPs significantly improves safety and efficiency of pretransfusion diagnostics for immunized patients.
Plättchenlysat (PL) aus Thrombozytenkonzentraten als pharmazeutischer Hilfsstoff im Sinne einer optimierten Verwendung von Blutprodukten
Zusammenfassung
Mit zunehmendem Einsatz der Arzneimittel für neuartige Therapien (ATMP, advanced therapy medicinal product) und innovatver Zelltherapeutika, wächst der Bedarf an xenogenfreien Kulturmedien. Quarantänefreies Plättchenlysat (PL), das aus Thrombozytenkonzentraten 0 bis 3 Tage nach deren Laufzeit hergestellt wird, bietet eine sehr gute und in doppeltem Sinne „humane“ Alternative zum (fetalen) Kälberserum (FBS bzw. BS). Wir beschreiben hier die Herstellung und weitere mögliche Einsatzgebiete des PL.
Emerging production of advanced therapy medicinal product (ATMP) and innovative cellular therapeutics goes along with higher and urgent need for xengen-free culturing media. Quarantine free platelet lysate (PL) derived from expired thrombocyte concentrates provides a very good and human(e) alternative to (fetal) bovine serum (FBS or BS, respectively). We describe the production and further possible applications of PL.
Neues aus der Rubrik „Was tun wir bei …?“
Zusammenfassung
Die Bestrahlung zellulärer Blutprodukte, also vor allem von Erythrozytenkonzentraten (EK) und Thrombozytenkonzentraten (TK), mit 30 Gray dient der Prophylaxe einer Transfusions-assoziierten Graft-versus-Host-Erkrankung (ta-GvHD) bei immuninkompetenten Transfusionsempfängern. Wenn diese Transfusionsnebenwirkung auch auf Einzelfälle beschränkt ist, so ist ihr letaler Ausgang doch Grund genug, diese einfach Prophylaxe vor Transfusion durchzuführen. Die Querschnitts-Leitlinien zur Therapie mit Blutkomponenten und Plasmaderivaten der Bundesärztekammer führen die Indikationen zur Bestrahlung zellulärer Blutkomponenten detailliert auf. Allerdings ergeben sich in der praktischen Umsetzung der Leitlinien-Inhalte immer wieder Fragen und Probleme, die der vorliegende Beitrag adressiert. So ist unter anderem die Logistik bestrahlter Blutpräparate, die für einen individuellen Patienten auf Anforderung hergestellt werden, für einige kleinere Krankenhäuser problembeladen. Auch der Zeitraum, über welchen zelluläre Blutpräparate bei den einzelnen Erkrankungen bestrahlt werden sollten, ist für einzelne Indikationen in manchen Häusern nicht oder nicht korrekt festgelegt. Schließlich führen auch die Querschnitts-Leitlinien Krankheitsentitäten auf, bei denen die Evidenz für oder gegen eine Bestrahlung zellulärer Blutpräparate nicht ausreichend ist. Hier muss lokal entschieden werden. Die Autoren stellen die Bestrahlungsindikationen ihres Universitätsklinikums als ein mögliches Beispiel vor, wie die genannten Fragen beantwortet werden können. Diese Bestrahlungsindikationen wurden 2009 durch eine Expertengruppe des Universitätsklinikums Frankfurt erarbeitet und im Dezember 2009 durch die Transfusionskommission verabschiedet. Es ist wichtig, die jeweiligen Bedingungen „vor Ort“ zu berücksichtigen.
Irradiation of cellular blood components, mainly packed red blood cell concentrates (RBC) and platelet concentrates (PC), using γ irradiation with 30 Gy, prevents transfusion-associated Graft-versus-Host Disease (ta-GvHD) in severely immunocompromised recipients. Even if extremely rare, the fatal outcome of ta-GvD makes it mandatory to perform this easy form of prophylaxis. The cross-sectional guidelines for therapy with blood components and plasma derivatives by the German Medical Association specify indications for irradiation of cellular blood components in detail. However, in daily work, questions and problems often arise when one tries to implement the guidelines in a specific hospital. This article tries to answer some of the frequently asked questions. The logistics of irradiated blood components, produced for an individual recipient on request, is problematic for some smaller hospitals. In addition, the time span for treatment with irradiated cellular blood components in specific courses of disease or specific groups of patients is not always or not always correctly defined. The cross-sectional guidelines finally list a number of diseases, for which there is not enough evidence to decide pro or contra irradiation of cellular blood components. Here, a local decision is mandatory. The authors present the irradiation indications of their university hospital as a potential idea, how to answer these questions. These indications were developed by a group of physicians at the Frankfurt university hospital in 2009. The transfusion commission accepted these indications in December 2009. The local situation has always to be taken into account.
Künstliche Sauerstoffträger
Zusammenfassung
Momentan ist kein künstlicher Sauerstoffträger in Westeuropa zugelassen. Die prinzipielle Funktionalität verschiedener Präparate ist allerdings unbestritten; in Ländern wie z. B. Russland oder Mexiko stehen den Ärzten bereits zugelassene Präparate zur Verfügung. Aufgrund der vielversprechenden präklinischen sowie klinischen Pipeline besteht die Hoffnung, dass in absehbarer Zeit auch im westeuropäischen Raum künstliche Sauerstoffträger eine neue Behandlungsoption darstellen werden.
In Western Europe no artificial oxygen carrier has been approved yet. However, the general concept of artificial oxygen carriers is beyond dispute. In other countries such as Russia or Mexico, such substances are available for clinical use. The existence of promising preclinical and clinical pipelines yields hope that artificial oxygen carriers will provide an additional treatment in the near future in Western Europe, too.
Erythrozytenkonzentrate aus Stammzellen
Zusammenfassung
Die Vision, aus Stammzellkulturen eine Blutversorgung mit Erythrozytenkonzentraten zu ermöglichen, rückt in den Bereich der Machbarkeit. In Kultur erzeugte Erythrozyten könnten z. B. helfen, Versorgungslücken bei Pandemien zu schließen und die Infektionssicherheit zu vergrößern. Auch enthalten sie, anders als konventionelle EK, ausschließlich junge Erythrozyten. Mögliche weitere Qualitätsverbesserungen liegen bei chronisch transfundierten Patienten mit anti-erythrozytären Antikörpern, die z. B. mit autologen expandierten EK versorgt werden könnten. Auch birgt die gezielte Expression bestimmter Hämoglobine (z. B. Hämoglobin F) neue Möglichkeiten in der Optimierung der Sauerstoffversorgung für bestimmte Patienten. Eine große Herausforderung stellt derzeit noch die technische Lösung der Expansion im großen Massstab im Bioreaktor dar.
The vision of a blood supply by culture-expanded red cells (RBCs) is moving closer to reality. Culture-expanded blood cells might help to overcome risks in blood supply in cases of pandemia, increase infection safety, and could help to improve the situation in allo-sensitized chronically transfused patients. Also, expanded red cells are young, other than donated RBCs with an average age of 50–60 days. Expression of alternative hemoglobin forms such as HbF could be useful e. g. for intrauterine transfusions. The greatest challenge in the field is currently the adaptation of the expansion process to large scale production.
Qualitätssicherung im Immunhämatologischen Labor
Zusammenfassung
In der Transfusionsmedizin liegen großer Nutzen und großer Schaden eng beieinander. Deswegen wird hier höchste Qualität und Sicherheit gefordert. Im Immunhämatologischen Labor, als einem Glied der gesamten Transfusionskette, werden bereits zahlreiche Maßnahmen zur Qualitätskontrolle bezüglich Methodik und Arbeitsablauf durchgeführt. Dies allein ist jedoch nicht ausreichend, um Gefahren zu minimieren und mögliche Fehler zu vermeiden. Vielmehr muss der gesamte Ablauf betrachtet werden. Alle Personen, die in den Transfusionsprozess involviert sind, müssen Verantwortung für ihr Handeln übernehmen, um potentielle Fehler zu vermeiden.
In transfusion medicine great benefit and great harm are closely together. So the top quality and security is demanded here. In the immunohaematological lab, as a limb of the complete transfusion chain, numerous measures already carried out to the high-class control with regard to methodology and work routine. Nevertheless, this alone is not sufficient to minimize risks and to avoid possible errors. Rather the complete process must be considered. All persons involved in the transfusion process must take responsibility for their actions in order to avoid potential errors.
Molekulare Diagnostik in der Immunhämatologie
Zusammenfassung
Die Molekulare Diagnostik ist heutzutage eine wichtige Ergänzung der serologischen Diagnostik. Im Artikel wird ein Überblick über die Grundlagen der Antigene gegeben und anschließend beispielhaft an Hand von Thrombozyten- und Neutrophilenantigenbestimmung, Abklärung von erythrozytenserologischen Problemfällen, weak D Diagnostik zur Festlegung der Transfusionsund Prophylaxestrategie, Pränataler Blutgruppenbestimmung aus dem Blut der Mutter, Testung D negativer Spender auf DEL mittels RHD PCR und Hochdurchsatz-Genotypisierung von Blutspendern der aktuelle Stellenwert dargestellt. Abschließend werden aktuelle Grenzen des Verfahrens aufgezeigt.
Nowadays, molecular diagnostic methods are an important complementat of serologic diagnostic methods. In this manuscript, after an introductory survey on the molecular basis of antigens is given, the significance of molecular methods is exemplified for determination of antigens of platelets and neutrophils, analysis of serologic enigmas, analysis of weak D to determine the transfusion and prophylaxis strategy, prenatal antigen determination from maternal blood, testing of D negative donors for DEL by RHD PCR and high-throughput genotyping of blood donors. In addition, current limitations of the methods are illustrated.
Neues aus der Rubrik „Was tun wir bei …?“: Positive Eigenkontrolle und/oder positiver Direkter Coombstest: Was nun?
Zusammenfassung
Die Ursachen eines positiven Direkten Coombstestes (DCT) bzw. einer positiven Eigenkontrolle sind vielfältig: sie reichen von physiologischer Immunglobulin- oder Komplement-Anlagerung über erkrankungs- und medikamentenbedingte Phänomene bis hin zu klinisch relevanten Alloantikörpern nach Transfusionen. Als Entscheidungskriterium für eine weitere Abklärung darf nicht die Reaktionsstärke des positiven DCT dienen. Auch hat ein alleiniger positiver DCT keine diagnostische Bedeutung, solange er nicht durch klinische und anamnestische Informationen oder zusätzliche labormedizinische Untersuchungen (Hämolyseparameter) vervollständigt ist. Die wichtigste Frage bei einem positiven DCT ist, ob der Patient in den letzten 3–4 Wochen bis maximal 3 Monaten transfundiert wurde oder ob er Hämolysezeichen aufweist? Wenn ja, dann ist eine labormedizinische Abklärung in Form einer Elution mit anschließender Antikörperdifferenzierung erforderlich.
The reasons for a positive direct Coombstest (DCT) or a positive autocontrol are diverse. They range from the physiological binding of immunoglobulin or complement to phenomena caused by diseases or drugs to clinically relevant alloantibodies in the wake of transfusion. The magnitude of the response of the DCT must not be a decision criterion for further evaluation. A positive DCT is of no diagnostic relevance if not corroborated by clinical or anamnestic evidence or additional laboratory tests (for hemolysis). The most important issue concerning a positive DCT is if the patient has been transfused during the last 3–4 weeks up to 3 months at the most or if he shows signs of hemolysis. If so, then a further evaluation in the laboratory per elution with subsequent antibody differentiation is necessary.
Leserfragen: Dokumentation von Transport und Lagerung von Gerinnungspräparaten; Anwendung eines Dreiwegehahns
Autologe Serumaugentropfen
Zusammenfassung
Neben industriell hergestellten künstlichen Tränenersatzmitteln werden seit etwa Anfang der 90er Jahre des zurückliegenden Jahrhunderts Patienten mit schweren Hornhautdefekten oder chronisch trockenem Auge mit großem Erfolg mit autologen Serum-Augentropfen behandelt (ASA). Der Therapieeffekt ist auf die im Serum vorhandenen epitheliotrophen Substanzen wie epithelial growth factor (EGF), platelet-derived growth factor (PDGF), Fibronektin und andere zurückzuführen. Seit einigen Jahren können ASA GMP-gerecht unter Wahrung arzneimittelrechtlicher und pharmazeutischer Standards im geschlossenen System hergestellt werden. Da die Nichtunterlegenheit von ASA gegenüber industriell hergestellten Tränenersatzmitteln bisher nicht eindeutig belegt ist, sind die Kostenträger nur schwer zu einer Kostenübernahme zu bewegen. Zudem gibt es bisher kein standardisiertes Herstellungsverfahren mit Blick auf Verdünnung, Lagerdauer und -temperatur. Dies sowie der schwierige Nachweis objektivierbarer Therapieerfolge wie Rückgang von Schmerzen und Fremdkörpergefühl schränkt die Verfügbarkeit dieser Präparate weiterhin deutlich ein, obwohl sie gut verträglich sind und subjektiv spürbare Besserung der Symptomatik erwarten lassen.
Apart from industrially produced artificial tears, patients with severe corneal defects or chronic dry eye syndrome have been treated with great success with autologous serum eye-drops (ASE) since the early 1990s. The therapeutic effect is based on epitheliotrophic substances present in the serum such as epithelial growth factor (EGF), platelet-derived growth factor (PDGF), Fibronektin and others. For some years now, ASE can be produced in a closed system according to GMP-guidelines under adherence to drug law and pharmaceutical standards. Since the non-inferiority of ASE compared with industrially produced artificial tears could not be proved yet, health insurance providers are reluctant to bear the cost. Nevertheless, there is still no standardized production protocol with regard to dilution, storage length and storage temperature. Furthermore the lack of measurable therapeutic effects such as abating pain and reduced foreign body sensation significantly restricts the use of these preparations though they are well-tolerated and a subjective and perceptible improvement of the symptomology can be expected.
Mutspende 2015
Blutdepots in Einrichtungen der Krankenversorgung – Rechtskonforme Organisation und qualitätsgesicherter Betrieb
Zusammenfassung
Blutdepots in Krankenhäusern spielen bei der sicheren Versorgung von Patienten mit Blutkomponenten und Plasmaderivaten eine wichtige Rolle. Um die qualitätsgesicherte Führung von Blutdepots sicher zu stellen, sind eine Reihe von Anforderungen an die Beschaffung, Lagerung und Ausgabe der Arzneimittel zu berücksichtigen. Die entsprechenden Anforderungen werden in diversen regulatorischen Vorgaben adressiert. Interne Audits und die Aufsicht durch die Behörden sollen die Umsetzung sicherstellen und überprüfen.
Blood depots in hospitals play an important role in the secure supply of patients with blood products and plasma derivatives. To guarantee the quality of procurement, storage and dispensing of the blood products, various regulatory standards define rules. Internal audits and supervision by public authorities are tools to examine and promote the implementation of standards.
ÜBER DEN TELLERRAND GESCHAUT: Blutbank in Haiti mit deutscher Unterstützung neu aufgebaut
Screening von Thrombozytenkonzentraten auf bakterielle Kontaminationen: Diagnostische Methoden und aktuelle Entwicklungen
Zusammenfassung
Die Übertragung von bakteriellen Infektionen durch Transfusion von Thrombozytenkonzentraten (TKs) stellt trotz vielfältiger Maßnahmen (restriktive Spenderauswahl, verbesserte Hautdesinfektion, Verwurf der ersten Milliliter Vollblut) nach wie vor ein ungelöstes Problem in der Transfusionsmedizin dar. Da septische Komplikationen in Zusammenhang mit TKs besonders mit älteren Produkten beobachtet wurden, ist die Haltbarkeit von TKs im Jahr 2008 von 5 auf 4 Tage reduziert worden. Durch bakterielle Screening-Methoden kann sowohl die Blutproduktesicherheit erhöht als auch die Lagerungsdauer wieder auf die ursprünglichen 5 Tage verlängert werden. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über die aktuellen diagnostischen Methoden für das Bakterienscreening von TKs sowie deren Anwendung im Routinelabor.
Transfusion-transmitted bacterial infection by platelet concentrates (PCs) remains an unresolved problem despite the implementation of several measures including improved donor selection, skin disinfection methods and the diversion of the first milliliters of whole blood. Since platelet-related septic complications have been observed particularly with older PCs the shelf life of PCs was reduced in 2008 from 5 to 4 days. Using bacterial screening methods can increase blood product safety and extend the storage period back to 5 days. This article gives an overview of the current diagnostic methods for bacterial screening of PCs and their applicability in a routine setting.
Lohfert-Preis 2014 geht an das „Patient Blood Management“- Programm am Universitätsklinikum Frankfurt
Die Buchbesprechung
Wer kennt Benin? Oder : über die Entwicklungszusammenarbeit des Bayerischen Roten Kreuzes / Blutspendedienst mit dem Centre Départemental de Transfusion Sanguine in Parakou, Benin
Zusammenfassung
Der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes hat 1987 in Parakou im Zentrum Benins eine Blutbank aufgebaut, die durch Anfangsinvestitionen und Know-how-Transfer eine dem nationalen Niveau angepasste Versorgung mit sicheren Blutprodukten gewährleistet. Über eine alljährliche Evaluierung mit Beratung und persönlicher Unterstützung vor Ort durch die BRK-Delegierte und Mitarbeiterin des BRK-Blutspendedienstes, Ute Wohlfart, wird die Weiterentwicklung des Blutspende- und Transfusionswesens in Benin unterstützt. Ihr hier vorliegender Beitrag schildert die Entwicklung und den derzeitigen Stand der Blutbank in Parakou und liefert darüber hinaus eindrucksvolle Fakten zur Landessituation und zum Gesundheitssystem in Benin.
In 1987 the blood transfusion service of the Bavarian Red Cross established a blood bank at Parakou in Benin. With the help of a start-up investment and the transfer of know-how it is capable of ensuring the supply of blood products according to national standards. By annual evaluation, mentoring and on-site support Ute Wohlfart, Red Cross delegate and member of staff of its blood transfusion service, promotes the advancement of Benin’s blood donation and transfusion system. In her article she relates the development and the actual state of the blood bank at Parakou and, in addition to that, provides striking facts concerning the state of affairs and the health care system of the country.