Das Blutspendewesen als Kritische Infrastruktur
Zusammenfassung
Die Blutversorgung weist insbesondere aufgrund der Spezifitäten wie begrenzte Haltbarkeit von Blutprodukten, ihrer Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von Blutspendenden sowie vielfältiger interner und externer Abhängigkeiten besondere Anforderungen an die Versorgungssicherheit auf. Der Beitrag betrachtet das Blutspendewesen aus der Perspektive Kritischer Infrastrukturen und analysiert die Blood Supply Chain hinsichtlich ihrer Prozessschritte sowie funktionalen, personellen, technischen, materiellen und sektorübergreifenden Abhängigkeiten. Dabei werden kritische Ressourcen und potenzielle Single Points of Failure identifiziert. Die Analyse verdeutlicht, dass Versorgungssicherheit von der Funktionsfähigkeit der gesamten Prozesskette abhängt. Daraus werden Ansatzpunkte für ein prozessorientiertes Resilienz- und Kontinuitätsmanagement abgeleitet.
Blood supply faces particular challenges in ensuring supply security due to the limited shelf life of blood products, its dependence on blood donors, and multiple internal and external dependencies. This article examines blood services from a critical infrastructure perspective and analyses the blood supply chain with regard to its process steps and functional, personnel-related, technical, material, and cross-sectoral dependencies. Critical resources and potential single points of failure are identified. The analysis demonstrates that supply security depends on the functionality of the entire process chain. Based on these findings, approaches to process-oriented resilience and continuity management are derived.
Herausforderungen des demografischen Wandels für die EK-Versorgung des DRK-BSD West
Zusammenfassung
Der demografische Wandel stellt den DRK-Blutspendedienst West vor wachsende Herausforderungen: Obwohl das Alterslimit aufgehoben wurde, scheiden viele regelmäßige Spender altersbedingt aus, während durch die demografische Alterung der Bevölkerung der Bedarf an Erythrozytenkonzentraten (EK) steigt. Eine Ist-Analyse (2010–2024) zeigt rückläufige Spenderzahlen, sinkende Spendertreue und ein steigendes Durchschnittsalter der Spender. Szenario-Berechnungen verdeutlichen, dass ohne Gegenmaßnahmen bis 2035 bis zu 97.000 erschienene Vollblutspender fehlen könnten. Eine moderate Steigerung der Spende-Frequenz sowie gezielte Erstspendergewinnung – u. a. durch Pop-up-Blutspenden – könnten die Versorgung sichern.
The German Red Cross Blood Donation Service West is facing growing challenges due to demographic changes: Although the age limit has been lifted, many regular donors are unable to donate due to age, while the demand for red blood cell concentrates (RBCs) is increasing due to the demographic aging of the population. An analysis of current trends (2010–2024) shows declining donor numbers, decreasing donor retention, and a rising average age of donors. Scenario projections indicate that, without countermeasures, there could be a shortage of up to 97,000 whole blood donors by 2035. Moderate increases in donation frequency and targeted recruitment of first-time donors – including through pop-up blood drives – could secure the blood supply.
Kleine Erythrozyten sedimentieren anders Extrem niedriges MCV führt zu falsch positiven Ergebnissen im Gelkartensystem
HLA-Diagnostik: Histokompatibilität und Immungenetik im klinischen Kontext
Zusammenfassung
HLA-Diagnostik ist ein essentieller Bestandteil der modernen Transplantations- und Transfusionsmedizin. Der Artikel erläutert die Bedeutung und die aktuellen Entwicklungen in der HLA-Typisierung und HLA-Antikörperdiagnostik für die Organ- und Stammzelltransplantationen. Weitere Themen sind die Rolle von HLA-Laboren bei der Versorgung von Patienten mit immunologisch bedingter Thrombozytenrefraktärität und der Diagnostik HLA-assoziierter Erkrankungen sowie pharmakogenetischen Fragestellungen. Moderne Sequenzierverfahren, erweiterte Antikörpertests und molekulares Matching erweitern die diagnostischen Möglichkeiten und erhöhen zugleich die Anforderungen an Qualitätssicherung und fachkundige Interpretation.
HLA testing is an essential component of modern transplantation and transfusion medicine. This article Reviews the significance and current developments in HLA typing and antibody diagnostics for organ and stem cell transplants. Other topics include the role of HLA laboratories in patient care with immunologically mediated thrombocytopenia, the diagnosis of HLA-associated diseases, and pharmacogenetic issues. Modern sequencing methods, sensitive antibody tests, and molecular matching expand diagnostic capabilities while simultaneously raising the bar for quality assurance and expert interpretation.
How do we …? / Wie machen wir …? Musterschulungsvorlagen für Mitarbeitende, die am Transport von Blutprodukten beteiligt sind
Zusammenfassung
Personen, die innerhalb einer Einrichtung mit dem Transport von Blutprodukten betraut sind, müssen in die spezifischen Anforderungen und besonderen Rahmenbedingungen dieser Transporte eingewiesen und entsprechend qualifiziert geschult werden. Der vorliegende Beitrag beschreibt hierzu praxisbewährte Vorgehensweisen, die eine effiziente Umsetzung der Schulungsanforderungen unter Einsatz standardisierter Merkblätter ermöglichen. Dabei erfolgt eine differenzierte Betrachtung von Personengruppen mit einschlägiger Vorerfahrung in der Handhabung von Arzneimitteln sowie von nicht-medizinischem Personal.
Personnel involved in the intra-institutional transport of blood products must be instructed in the specific requirements and particular conditions associated with such transport and must receive appropriate, qualified training. This article presents established, practice-oriented approaches that enable efficient implementation of these training requirements through the use of standardized information sheets. A distinction is made between personnel with relevant prior experience in the handling of medicinal products and non-medical staff.
Forschungsnachwuchs für Transfusionsmedizin und Gerinnung: Die JUNIOR ACADEMY HEMOTHERAPY stellt sich vor
NextGen Transfusion Medicine: Vom Einstieg ins Fach zur gemeinsamen Gestaltung der Zukunft des Faches Transfusionsmedizin
Deutschsprachige Redner Plenary und Fortbildung DGTI
Editorial
Blutspende als biologischer Stresstest: Was regelmäßiges Spenden mit hämatopoetischen Stammzellen macht
Zusammenfassung
Regelmäßiges Blutspenden stellt einen wiederkehrenden physiologischen Stress für das hämatopoetische System dar, der eine erhöhte, Erythropoietin (EPO) vermittelte Erythropoiese bewirkt. Im Gegensatz zu pathologischen Auslösern handelt es sich dabei um einen kontrollierbaren und gut quantifizierbaren Reiz. Ziel unserer Studie war es zu untersuchen, wie sich dieser Reiz auf die klonale Zusammensetzung des humanen hämatopoetischen Stammzellpools auswirkt, insbesondere auf Prävalenz und Art der klonalen Hämatopoiese (KH). In einer Kohorte von über 400 männlichen Spendern über 60 Jahren – darunter Vielspender mit mehr als 100 Spenden – zeigte sich keine erhöhte Gesamtprävalenz von KH. Allerdings fanden sich bei Vielspendern vermehrt spezifische DNMT3A-Varianten. Diese unterschieden sich funktionell von präleukämischen Mutationen und reagierten selektiv auf erythropoetische Stimuli, insbesondere Erythropoietin. Die Daten legen nahe, dass regelmäßiges, jahrzehntelanges Blutspenden keine generelle Zunahme klonaler Veränderungen bewirkt, sondern eine adaptive Selektion funktionell angepasster Stammzellklone fördern kann.
Regular blood donation represents a recurrent physiological stress to the hematopoietic system, leading to increased erythropoietin-driven erythropoiesis. In contrast to pathological triggers, this constitutes a controlled and well-quantifiable stimulus. The aim of our study was to investigate how this stimulus affects the clonal composition of the human hematopoietic stem cell pool, particularly with regard to the prevalence and characteristics of clonal hematopoiesis (CH). In a cohort of over 400 male donors above 60 years of age, including frequent donors with more than 100 lifetime donations, no increase in overall CH prevalence was observed. However, frequent donors showed an enrichment of specific DNMT3A variants. These differed functionally from preleukemic mutations and responded selectively to erythropoietic stimuli, particularly erythropoietin. These data suggest that long-term, regular blood donation does not lead to a general increase in clonal alterations but may promote adaptive selection of functionally distinct stem cell clones.
Die Auswirkung der neuen SoHO-Verordnung auf Frauenmilchbanken – Von der Regulierung zur Umsetzung im Versorgungsalltag
Zusammenfassung
Die EU SoHO-Verordnung 2024/1938 erfasst erstmals auch gespendete humane Milch und legt verbindliche Anforderungen an Qualität, Rückverfolgbarkeit und Meldesysteme fest. Für kleinere Frauenmilchbanken kann die Umsetzung organisatorisch und finanziell anspruchsvoll sein. Gleichzeitig eröffnet die Rollenlogik von SoHO-Einrichtung und SoHO Betriebsstätte kooperative Versorgungsmodelle. Am Beispiel der hessischen Frauenmilchbank im DRK-Blutspendedienst wird gezeigt, wie transfusionsmedizinische Prozesse wie Spenderinnenscreening, Quarantäne, Barcode gestützte Chargenführung und IT-basierte Dokumentation die Versorgung von Frühgeborenen im Alltag verlässlich absichern und bei Bedarf ausbauen können.
For the first time the EU SoHO-regulation 2024/1938 covers donor human milk and hence sets binding requirements for quality, traceability, and monitoring systems. For smaller human milk banks, implementation can be challenging from an organizational and finacial perspective. At the same time, the conceptual framework of SoHO-entities and SoHO-establishements enables cooperative care models. The Hessian human milk bank at the German Red Cross Blood Donation Service serves as an example of how transfusion medicine practices such as donor screening, quarantine storage, barcode-based batch management, and IT-based documentation can assure safe and adjustable neonatal supply.
Das Blutdepot
Zusammenfassung
Das Blutdepot ist eine spezialisierte Einheit eines Krankenhauses, die Blut- und Blutkomponenten bedarfsgerecht und qualitätsgesichert bereitstellt. Blutdepots fungieren als Schnittstelle zwischen transfusionsmedizinischer Diagnostik und klinischer Versorgung, ohne selbst Blutprodukte herzustellen. Zu den zentralen Aufgaben zählen Annahme und Ausgabe von Blutprodukten und qualitätsgesicherte Transport- und Lagerbedingungen nach gesetzlichen und hygienischen Vorgaben. In diesem Beitrag werden zentrale Arbeitsabläufe und Schulungsempfehlungen zusammengefasst und durch fachliche Kommentare der Autoren ergänzt.
The blood depot is a specialized unit within a hospital that provides blood and blood components in a needs-based and quality-assured manner. Blood depots serve as an interface between transfusion medicine diagnostics and clinical care, without producing blood products themselves. Key responsibilities include the receipt and distribution of blood products as well as ensuring quality-controlled transport and storage conditions in accordance with legal and hygienic requirements. This article summarizes central workflows and training recommendations, supplemented by professional commentary from the authors.
Demografie & Digitalisierung – Blutspendewerbung im Wandel Das Beispiel „Terminreservierungssystem“
Zusammenfassung
Um zukünftig den Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Population der Blutspendenden begegnen zu können, bedarf es u. a. eines hohen Maßes an Digitalisierung in den spenderbezogenen Prozessen. Neben digitalen Instrumenten wie der Blutspende-App oder dem digitalen Blutspendeausweis ist das Terminreservierungssystem der DRK-Blutspendedienste ein zentrales Element der „digital donor journey“. Aus der Perspektive der DRK-Blutspendedienste Baden-Württemberg – Hessen und Nord-Ost wird in diesem Beitrag skizziert, welche Vorteile sich durch dieses System für die spendewilligen Personen ergeben und stellt beispielhaft dar, welche Teilprozesse in der Planung und Ausgestaltung von mobilen Blutspendeaktionen mittels des Systems optimiert werden können.
In order to address the future impact of demographic change on the blood donor population, a high degree of digitization in donor-related processes is essential. In addition to digital tools such as the blood donation app and the digital donor card, the appointment scheduling system used by the GRC Blood Donation Services is a central component of the “digital donor journey.” From the perspective of the GRC Blood Donation Services Baden-Wuerttemberg - Hesse and North-East, this article outlines the benefits this system offers to potential donors and provides examples of how the system can be used to optimize specific processes involved in planning and organizing mobile blood drives.
Leserfrage
Editorial
Malaria-Antikörperscreening im Blutspendedienst – Ein neuer Ansatz zur Versorgung von Patienten mit seltenen Blutgruppen
Zusammenfassung
Seit September 2024 wird im DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen und im DRK-Blutspendedienst Nord-Ost neben anamnestischen Methoden auch ein Screening auf Malariaplasmodien-spezifische Antikörper durchgeführt. Das Verfahren steht in Übereinstimmung mit der aktuellen Hämotherapie-Richtlinie. Im ersten Jahr konnten insgesamt 13.200 Spender auf eine zurückliegende Malariainfektion untersucht werden. Die Positivrate (initial reaktive Proben) lag bei 1,62 % und hat dazu beigetragen, dass zum einen die Versorgung der Krankenhäuser mit Blutprodukten verbessert werden konnte, zum anderen auch Erythozytenkonzentrate mit seltenen Blutgruppenmerkmalen charakterisiert und bereitgestellt werden konnten. Damit sind der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen und der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost gut vorbereitet auf sich ändernde klinische Anforderungen, die durch nicht europäischstämmige Patienten bestehen. Die Sicherheit der Blutprodukte hat dabei weiterhin höchste Priorität.
Since September 2024, the German Red Cross Blood Donation Service in Baden-Württemberg and Hessen and the German Red Cross Blood Donation Service in North-East Germany have been Screening for malaria plasmodium-specific antibodies in addition to using anamnestic methods. The procedure complies with the current hemotherapy guidelines. In the first year, a total of 13,200 donors were tested for past malaria infection. The positive rate (initially reactive samples) was 1.62 %, which helped to improve the supply of blood products to hospitals and also enabled erythrocyte concentrates with rare blood group characteristics to be characterized and made available. This means that the German Red Cross Blood Donation Service Baden-Württemberg – Hessen and the German Red Cross Blood Donation Service North-East Germany are well prepared for changing clinical requirements arising from patients of non-European origin. The safety of blood products remains the top priority.
Third-Generation-Sequencing: Chancen für die Transfusionsmedizin
Zusammenfassung
Third-Generation-Sequencing (TGS) eröffnet neue Perspektiven für die molekulargenetische Diagnostik in der Transfusionsmedizin. Im Vergleich zu klassischen serologischen und molekulargenetischen Technologien ermöglicht TGS eine genauere Blutgruppen- und HLA-Typisierung sowie die Identifizierung komplexer Haplotypen und struktureller Varianten. In der Pathogendetektion erlaubt TGS perspektivisch eine umfassende, weitgehend biasfreie Analyse mikrobieller Genome und die verbesserte Rückverfolgung transfusionsassoziierter Infektionen mit spannenden Anwendungsfällen im Bereich der Resilienz gegenüber Pandemien und Bioterrorismus. Dieser Beitrag skizziert TGS als zukunftsweisende Plattformtechnologie, erläutert Funktionsweise, Vorteile, Limitationen und zentrale Herausforderungen.
Third-generation-sequencing (TGS) opens new perspectives for molecular genetic diagnostics in transfusion medicine. Compared to classical serological and molecular genetic technologies, TGS enables more accurate blood group and HLA typing as well as the identification of complex haplotypes and structural variants. In pathogen detection, TGS offers the potential for comprehensive, mostly bias-free analysis of microbial genomes and improved tracing of transfusion-associated infections, with exciting applications in the context of resilience to pandemics and bioterrorism. This article outlines TGS as a forward-looking platform technology, highlighting its mechanisms, advantages, limitations, and key challenges.
Immunthrombozytopenie (ITP) – Neue Therapieoptionen
Zusammenfassung
Die Immunthrombozytopenie (ITP) ist mit 2–4 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner und Jahr eine seltene Erkrankung. Da es keinen ITP-beweisenden Labortest gibt, beruht die Diagnose der Erkrankung vornehmlich auf dem Ausschluss anderer Ursachen für die Thrombozytopenie. Die Entscheidung für eine Therapie sollte nicht allein auf der verminderten Thrombozytenzahl beruhen, sondern auch das individuelle Blutungsrisiko der Patientinnen und Patienten berücksichtigen. Die Standard-Erstlinientherapie ist immer noch die Gabe von Kortikosteroiden. In diesem Beitrag behandeln wir die Pathophysiologie und Diagnose der ITP und geben Hinweise zur Behandlung der ITP, die sich an der aktuellen Onkopedia-Leitlinie orientieren.
Immune thrombocytopenia (ITP) is a rare disease with 2–4 new cases per 100,000 inhabitants per year. As there is no laboratory test to prove ITP, the diagnosis of the disease is primarily based on the exclusion of other causes of thrombocytopenia. The decision for treatment should not be based solely on the reduced platelet count, but should also take into account the patient's individual risk of bleeding. The standard first-line therapy is still the administration of corticosteroids. In this article, we discuss the pathophysiology and diagnosis of ITP and provide information on the treatment of ITP based on the current Onkopedia guideline.
Die Leukapherese als immunologisches Ausgangsprodukt der CAR-T-Zelltherapie im Kontext zunehmender Indikationen und steigender Nachfrage
Zusammenfassung
Die CAR-T-Zelltherapie wird zunehmend in unterschiedlichen Indikationsgebieten eingesetzt. Das Leukapheresematerial hat dabei nicht nur eine technische, sondern auch eine immunologische Relevanz für Wirksamkeit, Toxizität und Persistenz. Studien zeigen, dass Alter, Vortherapien und der Zeitpunkt der Zellgewinnung die Funktionalität der T-Zellen beeinflussen. Einzelzelltechnologien ermöglichen eine detaillierte Charakterisierung des Ausgangsmaterials. Klinisch etablierte Marker wie niedrige CD3+-Zellzahlen oder eine kürzliche Bendamustin-Exposition sind mit ungünstigeren Verläufen assoziiert. Die Apherese sollte daher auch unter diagnostischen Gesichtspunkten betrachtet werden. Akademische Zentren mit eigener CAR-T-Herstellung können hierbei strukturierte Beiträge leisten.
CAR-T cell therapy is being applied across an increasing range of indications. Leukapheresis material is relevant not only technically but also immunologically, influencing efficacy, toxicity, and persistence. Studies indicate that patient age, prior treatments, and collection timing affect T-cell function. Single-cell technologies allow detailed characterization of the starting material. Established clinical markers, such as low CD3+ T-cell counts or recent bendamustine exposure, are associated with less favorable outcomes. Leukapheresis should therefore also be assessed diagnostically. Academic centers with in-house CAR-T manufacturing can contribute to structured implementation.
Quantifizierung von ATP in Erythrozytenkonzentraten
Zusammenfassung
Die Qualitätssicherung von Erythrozytenkonzentraten (EK) über ihre Haltbarkeit von bis zu 42 Tagen ist essenziell für die klinische Versorgung. Ein zentraler Funktionsparameter ist der intrazelluläre Adenosintriphosphat-(ATP)-Gehalt als Marker für metabolische Aktivität und strukturelle Integrität. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) fordert ATP als verpflichtenden Vitalitätsparameter bei Zulassungsuntersuchungen. Der Wegfall des etablierten ATP-Hexokinase-Kits von DiaSys erfordert einen geeigneten Ersatz – besonders im Hinblick auf DEHP-freie Beutelsysteme. In Kooperation mit Promega wurde ein luminometrischer ATP-Assay erfolgreich implementiert. Dieser Artikel beleuchtet die regulatorischen Anforderungen, die klinische Relevanz und praktische Aspekte bei der Einführung des neuen Verfahrens zur ATP-Bestimmung.
The quality assurance of erythrocyte concentrates (EC) over their shelf life of up to 42 days is essential for clinical care. A key functional parameter is the intracellular adenosine triphosphate (ATP) content as a marker for metabolic activity and structural integrity. The Paul Ehrlich Institute (PEI) requires ATP as a mandatory vitality parameter in approval tests. The discontinuation of the established ATP hexokinase kit from Diasys requires a suitable replacement – especially with regard to DEHP-free bag systems. In cooperation with Promega, a luminometric ATP assay was successfully validated and implemented. This article highlights the regulatory requirements, clinical relevance, and practical aspects of introducing the new ATP Determination method.
Gesucht: „Grüne“ Ideen Der Nachhaltigkeitswettbewerb beim DRK-Blutspendedienst
Leserfrage
Editorial
Die Umsetzung der EU-Verordnung 2024/1938 über Qualitäts- und Sicherheitsstandards für zur Verwendung beim Menschen bestimmte Substanzen menschlichen Ursprungs
Zusammenfassung
Durch die EU-Verordnung 2024/1938 über Qualitäts- und Sicherheitsstandards für zur Verwendung beim Menschen bestimmte Substanzen menschlichen Ursprungs soll der alte EU-Rechtsrahmen für Blut, Gewebe und Zellen abgelöst werden. Die neuen Regelungen entsprechen im Grundsatz dem deutschen Regelungssystem (Zulassung der Präparate, Erlaubniserteilung für bestimmte Tätigkeiten, behördliche Inspektionen). Dennoch sind auch Elemente vorgesehen, die in Deutschland neu implementiert werden müssen. Ziel im Rahmen des dreijährigen Umsetzungsprozesses wird es sein, die hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards in Deutschland zu erhalten, die Versorgungssicherheit weiter zu verbessern und die bürokratischen Belastungen möglichst gering zu halten.
The old EU legal framework for blood, tissue and cells is to be replaced by Regulation (EU) 2024/1938 on standards of quality and safety for substances of human origin intended for human application. The new provisions correspond in principle to the German regulatory system (authorisation of preparations, approval for certain activities, inspections). Nevertheless, it also includes new elements that need to be implemented in Germany. The aim of the three-year implementation process will be to maintain Germany’s high standards, to further improve the supply safety and to keep the bureaucratic burden as low as possible.