Eindeutige Identifikation von Blutprodukten mittels Eurocode - Aufbau, Verbreitung und Vorteile
Zusammenfassung
In den letzten Jahren wurden zahlreiche Anstrengungen unternommen, um die Sicherheit von Blutprodukten zu verbessern. Dazu gehören auch Vorschriften zur Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit von Blutprodukten über 30 Jahre. Dabei wird unter anderem die Dokumentation der Präparatenummern (Chargen) und des Hersteller in den Patientenunterlagen gefordert. Um ein eineindeutiges Kennzeichnungssystem zu entwickeln, wurde 1998 der „Eurocode – International Blood Labeling System e.V.“ in Zusammenarbeit mit der Sektion „Automation und Datenverarbeitung“ der DGTI gegründet. Das einheitliche System für Präparatenummern, Produktspezifi kationen, und die Codierung der Blutgruppenangaben bietet über die international eineindeutige Identifi zierung und Rückverfolgbarkeit hinaus die Möglichkeit eines vereinfachten und sicheren Austausches der Blutprodukte. Eine wichtige Voraussetzung für die internationale Eindeutigkeit ist, dass der primäre Identifi er des Eurocode „!“ DIN- und ISOnormiert ist. Das Votum 36 des AK Blut aus dem Jahre 2008 empfi ehlt explizit die Nutzung des Eurocode zur eineindeutigen Kennzeichnung von Blutprodukten in Deutschland. Innerhalb der letzten 10 Jahre hat die Anzahl der Nutzer in Deutschland stetig zugenommen. Seit 2009 ist auch Kroatien Mitglied im Eurocode e.V.
In the last few years numerous attempts have been made to improve the use and safety of blood products. These include the introduction of regulations for lot and manufacturer documentation in addition to the centralized collation of statistics on usage and undesired side effects. The EC directive 2008/98/ EC on blood and blood products prescribes a unique identifi cation system of blood products. With the implementation of a uniform system for numbering and description of blood products as well as for coding of blood group details, the requirements of such a system would be fulfi lled and a simpler and safer exchange of blood products facilitated. To this end the Eurocode – International Blood Labeling Systems e.V. was founded in 1998 in collaboration with the working group “Automation and Data Processing of the german Society for Blood Transfusion and Immunohematology. The heart of the concept is the use of a uniform product number in which the manufacturing institute (including country) as well as a check digit to help reduce mistakes in transmission is included. Furthermore, the organization supplies an article list in which, according to different qualifi ers, the individual products can be assigned an article number. In 2007 the Advisory Board “Blood” at the Robert-Koch Institute advised in Votum 36 (Votum means: strongly recommended for Germany) the use of Eurocode for blood and blood products. Today Eurocode is used or under implementation in all larger blood donation services in Germany and a decision about implementation is made in Croatia. Momentary the technical board works on the implementation of a coding structure for tissues and cells in accordance with the EC-Directive 2004/23/EC. The primer identifi er “!” of the Eurocode system is DIN and ISO standardized to assure the international uniqueness of the system. Further information is available under www.eurocode.org.
Therapie mit Eisenchelatoren bei chronischen Anämien
Zusammenfassung
Eisenüberladung bei chronischen Anämien kann zwei Gründe haben. Erstens liegt möglicherweise eine ineffiziente Erythropoiese vor, die zu chronisch gesteigerter Eisenresorption im Duodenum führt. Zweitens kann der Patient transfusionsbedürftig sein. In diesem Fall wird ihm mit jeder Erythrozytenkonserve 200 – 250 mg Eisen zugeführt, das der Körper nicht aktiv ausscheiden kann. Eisenüberladung führt auf Dauer zu Organschäden. In Deutschland betrifft das Problem der Eisenüberladung vor allem transfusionsbedürftige ältere Patienten mit myelodysplastischem Syndrom (MDS). Die bisherige parenterale Standardtherapie mit Deferoxamin verursacht erhebliche Compliance-Probleme. Im September 2006 wurde Deferasirox als wirksamer oraler Eisenchelator zugelassen. Soweit bis jetzt bekannt, ist das Medikament bis auf seltene Fälle von Nieren- oder Leberversagen sicher.
Iron overload in patients with chronic anemia can have two causes. On the one hand, the anemia may be attributable to ineffective erythropoiesis which also stimulates iron uptake in the duodenum. On the other hand, the patient may be transfusion-dependent, receiving 200 – 250 mg iron with every unit of packed red cells. Since surplus iron cannot be actively eliminated, iron-related organ damage may ensue. In non-mediterranean countries like Germany, the problem mainly affects elderly patients with myelodysplastic syndromes (MDS). Standard iron chelation therapy with parenteral deferoxamine has been associated with substantial compliance problems. In September, 2006, the oral iron chelator deferasirox was licenced. Apart from rare cases of renal or hepatic failure, the drug is generally safe and effective.
Qualitätssicherung der Hämotherapie in der ambulanten Krankenversorgung
Zusammenfassung
Die von den Hämotherapie-Richtlinien und dem Transfusionsgesetz geforderten qualitätssichernden Maßnahmen und Strukturen in der Hämotherapie gelten grundsätzlich auch für Einrichtungen der ambulanten Krankenversorgung, die Blutprodukte anwenden. Dies betrifft v. a. die Bestellung eines Transfusionsverantwortlichen, die Erstellung eines Qualitätsmanagementhandbuchs und die Benennung eines Qualitätsbeauftragten. Allerdings ergeben sich abhängig von Umfang und Ausmaß der hämotherapeutischen Maßnahmen Ausnahmen. Insbesondere an die Qualifi kation der jeweiligen Transfusionsverantwortlichen werden unterschiedliche Anforderungen gestellt. Einrichtungen mit besonderen Voraussetzungen müssen keinen Qualitätsbeauftragten vorweisen.
Quality assurance in hemotherapy required by the guidelines and the transfusion law also applies to institutions for outpatient care which use blood products. This concerns mainly the appointment of a “Transfusionsverantwortlicher”, a quality manual and the appointment of a “Qualitätsbeauftragter”. There are some exceptions depending on the scope and extent of hemotherapeutic measures, especially on the qualifi cation of the “Transfusionsverantwortlicher”. Facilities with special requirements do not have to appoint a “Qualitätsbeauftragter”.
Das zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD)
Zusammenfassung
Das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) ist hier zu Lande die Informationsdrehscheibe bei der Suche nach geeigneten nicht verwandten Blutstammzellspendern. Als Kompetenzzentrum für diesen hoch spezialisierten Bereich der medizinischen Versorgung gestaltet das ZKRD den komplexen Prozess der Spendersuche im In- und Ausland so schnell, effi zient, transparent und wirtschaftlich wie möglich. Im Rahmen seiner Dienstleistungen wickelt es auch alle dabei anfallenden Leistungen von der Auftragserteilung bis zur Abrechnung mit den Kostenträgern ab. Darüber hinaus erfüllt es noch vielfältige weitere beratende und organisatorische Funktionen und nimmt im internationalen Vergleich zusammen mit dem USamerikanischen National Marrow Donor Program (NMDP) eine Spitzenposition ein.
The German National Bone Marrow Donor Registry (ZKRD) is the nation’s informational hub with respect to the search for an unrelated blood stem cell donor. As a centre of competence for this highly specialized fi eld of medical care, the ZKRD organizes the search for donors at a national and international level in order to assure that this complex process operates as quickly, effi ciently, transparently and economically as possible. Its service framework includes coordinating all steps from the initial request to reimbursing all costs incurred and billing the insurance companies. Additionally, the ZKRD fulfi ls a wide array of consulting and organizational functions and, along with the U.S. National Marrow Donor Program (NMDP), holds a leading position at an international level.
Leserbriefe 12/2009
World Blood Donor Day (vom 14. Juni 2009)
Autoren 12/2009
Editorial 11/2008
Überwachung der Qualitätssicherung der Anwendung von Blutprodukten durch die Ärzteschaft
Zusammenfassung
Qualitätssicherung bei der Anwendung von Blutprodukten, der Hämotherapie, ist eine ärztliche Aufgabe und dient der Sicherheit des Prozesses und der Patienten. Überwacht wird das Qualitätssicherungssystem im Bereich der Hämotherapie durch den Qualitätsbeauftragten. Dieser sendet jährlich bis zum 01. März einen Bericht zu den Ergebnissen dieser Überprüfungen an die zuständige Ärztekammer und den Träger der überwachten Einrichtung, von dem er in seiner Funktion nicht weisungsabhängig sein darf. Am Beispiel des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern werden die Methoden und Ergebnisse der Überwachung der Qualitätssicherung in der Hämotherapie der Jahre 2001 bis 2005 sowohl in Kliniken als auch in Praxen vorgestellt. Neben der Registrierung von Jahresmeldungen und Selbstaudits wurden auch externe Audits in den Einrichtungen durchgeführt. Der Ablauf der externen Audits mit Auditprogramm, Protokoll, Ergebnisdiskussion und Verbesserungsvorschlägen wird beschrieben. Es zeigt sich, dass externe Audits und fachliche Unterstützung zur Verbesserung der Qualität durchaus hilfreich sein können.
Quality management in haemotherapy is an important task for physicians in order to improve patient and process safety. Local quality systems in haemotherapy are regularly monitored by the quality commissioner, a specifi cally qualifi ed and locally authorised physician according to the German guidelines for haemotherapy. A yearly report summarising the results of his checks is sent by this person to the responsible medical association and to the board of directors of the monitored hospitals or physician´s offi ces. The German federal state Mecklenburg-Western Pomerania here presents methods and results of surveillance of the quality management in haemotherapy in hospitals as well as doctor´s offi ces from 2001 to 2005. Besides registration of reports by the quality commissioners and self inspections, external audits are performed as well. The program of such external audits, their results and suggestions for improvement in haemotherapy are shown in this article. External audits as well as professional support for the institutions involved in haemotheapy might help to improve quality.
„Berliner Konzept“ zur Qualitätssicherung in der Transfusionsmedizin
Zusammenfassung
Nach den Hämotherapie-Richtlinien der Bundesärztekammer obliegt die Überwachung des Qualitätssicherungssystems der Anwendung von Blutprodukten der Ärzteschaft selbst. Die Ärztekammer Berlin (ÄKB) setzt dieses Diktum in einer aktiven Rolle mit dem sog. „Berliner Konzept“ um, welches aus 3 Elementen besteht: 1. Externe Audits von transfundierenden Einrich- tungen durch von der ÄKB in einem 2-Tage- Kurs ausgebildete Ärzte und interne Selbst- bewertungen im Wechsel 2. Regelmäßige jährliche Ergebniskonferenzen mit Transfusionsverantwortlichen, Transfusi- onsbeauftragten und Qualitätsbeauftragten 3. Regelmäßige Fortbildungsangebote Im Rückblick auf ca. 80 Audits in den 62 Berliner Kliniken und ca. 30 Audits in transfundierenden Praxen kann konstatiert werden, dass das Berliner Konzept zu einer Verbesserung der Strukturqualität in der Hämotherapie geführt hat. Insgesamt wird der Qualitätssicherung durch die „Fremdinspektionen“ mittlerweile mehr Aufmerksamkeit gewidmet.
In Germany physician organizations are responsible for the surveillance of quality assurance systems in application of blood products, as stated in the guidelines for hemotherapy published by the Bundesärztekammer (the offi cial organization of German physicians). The Berliner Ärztekammer (a subdivision) implements this dictum by the so called “Berliner Konzept”, a concept which consists of three rules: 1. Inspections of hospital transfusion units by the Berliner Ärztekammer alternate with internal audits. Inspectors are physicians with an initial training of two days. 2. Annual meetings of physicians in the position of responsibility for an exchange of experiences. 3. Offering advanced training on a regular basis. Approximately 80 audits in 62 hospitals and circa 30 audits in transfusing medical practices show a detectable enhancement of the quality of internal structures in quality assurance resulting from the “Berliner Konzept”. Quality assurance by now obtains higher attention due to external inspections.
Qualitätssicherung in der Hämotherapie
Zusammenfassung
In den neuen, derzeit gültigen HämotherapieRichtlinien (2005) der Bundesärztekammer sind die Aufgaben des Qualitätsbeauftragten Hämotherapie präzisiert worden: Es handelt sich dabei nicht um eine transfusionsmedizinische Fachaufsicht, sondern vor allem um die Überprüfung der organisatorischen Rahmenbedingungen für die Qualitätssicherung der Hämotherapie. Dafür wurde ein detaillierter Aufgabenkatalog ausgearbeitet. Auch die Qualifi kation für die Übernahme dieser Funktion wurde neu geregelt: Als Alternative zum 200-Stunden-Curriculum der Bundesärztekammer „Ärztliches Qualitätsmanagement“ ist jetzt ein 40-Stunden- Kurs „Qualitätsbeauftragter Hämotherapie“ ausreichend. Grundsätzlich müssen alle Einrichtungen der Krankenversorgung, die Blutprodukte anwenden, einen Qualitätsbeauftragten benennen. Auf die Benennung eines Qualitätsbeauftragten kann dann verzichtet werden, wenn in der Einrichtung nur Fibrinkleber und/oder Plasmaderivate, die nicht zur Behandlung von Hämostasestörungen eingesetzt werden, Anwendung fi nden oder wenn es sich um Einrichtungen „mit besonderen Voraussetzungen“ handelt („Mini-Transfundierer“), welche in den neuen Richtlinien defi niert werden. Festzuhalten ist, dass die Qualitätssicherung der Hämotherapie ausdrücklich Aufgabe der Ärzteschaft ist und weiterhin bleiben soll.
In the currently valid version (2005) of the guidelines for hemotherapy of the “Bundesärztekammer” (German Medical Association) the responsibilities of the “Qualitätsbeauftragter Hämotherapie” (Quality Offi cer for Hemotherapy) are more precisely defi ned. The “Qualitätsbeauftragter” is not responsible for the supervision of hemotherapeutic measures but for reviewing the organizational framework for Quality Assurance in hemotherapy. Therefore a list of tasks was devised. The necessary qualifi cation for assuming this role has been redefi ned: As an alternative to the 200- hour curriculum of the German Medical Association „Medical Quality Management" now a 40-hour course "Quality Offi cer Hemotherapy" is suffi cient. Basically, all healthcare facilities, which use blood products, have to designate a quality offi cer. A quality offi cer is not necessary if the facility only use fi brin sealant and / or plasma derivatives, which are not used to treat disorders in hemostasis or when it comes to facilities "with special conditions", which are defi ned in the new guidelines. It should be noted that the quality of hemotherapy is an explicit task of the medical profession and should remain so.
Fremdblutsparende Verfahren in der operativen Medizin
Zusammenfassung
Viele fremdblutsparende Maßnahmen wurden in einer Zeit entwickelt, als das hohe Risiko der Fremdblutgabe einige riskante und wenig effektive Verfahren rechtfertigte. Der hohe Sicherheitsstandard im Transfusionswesen macht es notwendig, sich mit diesen Verfahren kritisch auseinanderzusetzen, auch wenn die zunehmende Ressourcenverknappung diese Verfahren wieder attraktiv erscheinen lässt. Folgende Verfahren sind unter Betrachtung der Sicherheit und Effektivität zu empfehlen: · gründliche Gerinnungsanamnese · Aufrechterhaltung der intraoperativen Normothermie · Vermeidung von Azidosen · Korrektur von Hypokalzämien · Prophylaktischer Einsatz von Antifi brinolytika bei bestimmten Operationen · Eigenblutspende bei optimaler Planung · Maschinelle Autotransfusion · Zurückhaltendes Transfusionsverhalten
Measures to avoid allogeneic blood transfusion have been developed, when the high risk of transfusion justifi ed some risky and nearly ineffective procedures. The high standard in transfusion medicine requires a critical look at these methods, even when the increasing shortage of resources casts the methods benefi cial. The following methods can be recommended considering the safety and effectivity: · detailed history of clotting disorders · intraoperative normothermia · avoidance of acidosis · adjustment of hypocalcaemia · prophylactic use of antifi brinolytics in special procedures · autologous blood therapy under optimal timing conditions · autotransfusion · reluctant use of homologous blood
Der besondere Fall: Anti-E bei einem Patienten mit der Rhesusformel ccD.Ee
Regionalteil Baden-Württemberg - Hessen
Nachruf 11/2008
Leserbriefe 11/2008
Editorial 10/2007
Verfahren zur Rückverfolgung (Look back)
Zusammenfassung
Beschrieben wird das aktuelle Vorgehen sowohl beim vom Spender ausgehenden Look back als auch beim vom Empfänger ausgehenden Look back. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den für klinisch tätige Ärzte relevanten Aspekten und berücksichtigt auch die zugrunde liegenden Vorgaben.
The present procedure is described – both the look back concerning the donor as well as the look back concerning the recipient. The main focus lies on the relevant aspects for doctors working in a clinic and also takes the legal facts that are present into consideration.
Zum Risiko bakteriell bedingter Transfusionsreaktionen durch Thrombozytenkonzentrate
Zusammenfassung
Thrombozytenkonzentrate bergen von allen Blutkomponenten aufgrund ihrer Lagerungsbedingungen das höchste Risiko der bakteriell bedingten Transfusionsreaktion. GMP-gerechte Herstellungsbedingungen, geeignete Hautdesinfektionsverfahren und das Predonation Sampling reduzieren das Risiko des Keimeintrags, gleichwohl schließen sie eine Kontamination nicht aus. Die Detektion von Bakterien mit dem BacT / ALERT-System an einer zeitnah zum Abschluss der Herstellung aus Thrombozytenkonzentraten gezogenen Probe verfolgt das Ziel, Kontamination vor der Abgabe bzw. Transfusion zu erkennen. Der rechtzeitige Ausschluss bakteriell belasteter TK ist das Ziel. Eine Reihe von Studien demonstriert die Machbarkeit in der Routine, allerdings auch die Grenzen der Methode. Langsam sich vermehrende Bakterien zeigen ein spätes positives Signal und bedingt durch falsch negative Kulturen treten schwerwiegende septische Transfusionsreaktionen insbesondere gegen Ende der Haltbarkeitsfrist der TK weiterhin auf. Auch die Studie der GERMS Group zeigt, dass nur eine Teilmenge der kontaminierten TK von der Transfusion auszuschließen ist. Die Rate der bestätigt positiven TK aus Apherese und gepoolten Buffy coats war nicht unterschiedlich, sodass die Präparate als gleichwertig einzustufen sind. Das BacT /ALERTScreening von TK löst das Problem nur teilweise und die zukünftige Herausforderung wird die Entwicklung eines schnellen, sensitiven und spezifischen Testsystems sein, das zeitnah zur Transfusion verlässliche Ergebnisse liefert. Die Vermeidung septischer Transfusionsreaktionen durch eine qualitätsgesicherte Transfusionspraxis sowie die schnelle Diagnose und umfassende Aufklärung von Verdachtsfällen ist Aufgabe der Kliniker. Ob sich das Prinzip der Pathogeninaktivierung von Blutkomponenten durchsetzen kann und das Problem der transfusionsassoziierten Sepsis zu lösen vermag, bleibt abzuwarten.
Of all the blood components, platelet concentrates harbour the highest risk of bacterial transfusion reactions due to the conditions in which they are stored. Although the risk of introducing bacteria can be minimised by manufacturing conditions in compliance with GMP, appropriate skin disinfection methods, and predonation sampling, these precautions cannot entirely rule out such contamination. Use of the BacT / ALERT system to detect bacteria in a sample taken around completion of the platelet concentrate aims to identify contamination before supplying and transfusing the concentrate. The objective is to exclude bacterially contaminated platelet concentrates at an early stage. While a number of studies have demonstrated the feasibility of this in routine practice, they have also highlighted the method’s limitations. Bacteria that replicate slowly show a late positive signal and, due to the false-negative cultures, serious septic transfusion reactions continue to occur, particularly towards the end of the concentrate’s shelf-life. The study by the GERMS Group also demonstrates that only some of the contaminated PCs have to be excluded from the transfusion. Since the rate of confirmed positive PCs from apheresis and pooled buffy coats did not differ, the preparations have to be classified as being of equal quality. BacT / ALERT screening only partly solves the problem, and the future challenge will be to develop a quick, sensitive and specific test system which will yield reliable results close to the time of the transfusion. It is the task of the clinician to prevent septic transfusion reactions by ensuring quality assured transfusion practices, making rapid diagnoses, and investigating suspected events thoroughly. It remains to be seen whether the principle of pathogen inactivation of blood components will become accepted and will be able to solve the problem of transfusion-associated sepsis.
Spendersicherheit bei der Mobilisation und Entnahme von peripheren Blutstammzellen
Zusammenfassung
Die allogene Transplantation hämatopoetischer Stammzellen zeigte in den letzten Jahren in Deutschland einen kontinuierlichen Anstieg der Fallzahlen mit zuletzt über 2.000 Transplantationen pro Jahr. Diese Entwicklung ist einerseits bedingt durch die Zunahme der peripheren Blutstammzelltransplantationen mit einem Anteil von inzwischen 87 % bei rückläufigen Zahlen für die Knochenmarktransplantation und andererseits durch die zunehmende Verfügbarkeit von nichtverwandten Spendern, deren Anteil inzwischen bei 64 % liegt. Die Anwendung von Granulozyten-Colonie stimulierendem Faktor (G-CSF) zur Mobilisation der peripheren Blutstammzellen und die Stammzellentnahme müssen ganz besonders bei nicht-verwandten Spendern mit der größtmöglichen Sicherheit erfolgen. Die rechtlichen Vorgaben sowie die nationalen und internationalen Standards für die Spendersicherheit, unerwünschte Wirkungen der Mobilisation und der Stammzellspende sowie bisher aufgetretene schwerwiegende Ereignisse werden dargestellt. Diese erfordern eine umfassende Aufklärung der Spender. Darüber hinaus werden potentielle Langzeitrisiken der G-CSFApplikation diskutiert und mögliche Maßnahmen zur weiteren Optimierung der Spendersicherheit vorgeschlagen.
The number of allogeneic transplants of hematopoietic stem cells in Germany has been rapidly increasing in recent years and was over 2,000 in 2006. This development is supported by the increased use of peripheral blood stem cells (currently 87 % of all allogeneic transplants) and the high success rate of unrelated donor searches allowing almost two thirds of allogeneic transplants to be performed from an unrelated donor. The utilization of Granulocyte Colony Stimulating Factor (G-CSF) to mobilize peripheral blood stem cells for harvest has to be performed with utmost care and precautions, in particular in unrelated donors. This paper describes the legal obligations and the national and international standards for donor safety. Known side effects of stem cell mobilisation as well as all serious adverse events documented require comprehensive information of potential donors. Moreover potential long term risks of G-CSF application are discussed in depth and measures furthering donor safety are proposed.
Hämorrhagische Diathesen - Teil 2
Zusammenfassung
Während im ersten Teil dieser Übersicht (hämotherapie 9/2007; pp. 13-31) die Einteilung der Blutungsneigung in Thrombozytopenien bzw. Thrombozytopathien, Koagulopathien und Vaskulopathien im Vordergrund stand, sollen in diesem zweiten Teil an den klinisch wichtigen Beispielen der disseminierten intravasalen Gerinnung (DIC) und der erworbenen Hemmkörper-Hämophilie diagnostische und therapeutische Strategien im Umgang mit blutenden Patienten diskutiert werden. Bei angeborenen hämorrhagischen Diathesen wie den Hämophilien A oder B ist anamnestisch meist die Blutungsneigung vorbekannt. Im Gegensatz hierzu werden bei den in dieser Übersicht diskutierten, erworbenen Formen häufig sowohl Patient und Angehörige, als auch medizinisches Personal von der Blutungsneigung überrascht, die mit einer bis dato leeren Eigen- und Familien-Anamnese hinsichtlich Hämorrhagien einhergeht. Es ist wichtig, schnell zur korrekten Diagnose zu kommen und eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten, deren langfristiger Erfolg unter anderem auch von der Zeit bis zum Behandlungsbeginn abhängt. Eine kontinuierliche klinische und labordiagnostische Überwachung der eingeleiteten Maßnahmen macht nicht nur eine an den einzelnen Patienten angepasste „Therapie nach Maß“ möglich, sondern bestätigt bei Erfolg der eingeleiteten Maßnahmen auch die zu Anfang korrekt getroffene Verdachtsdiagnose. Zum Abschluss dieser Übersicht werden Literatur und Kontakte aufgeführt, die bei Interesse an den diskutierten Fragestellungen weiterführen.
In the fi rst part of this overview (hämotherapie 9/2007; pp. 13-31), we focused on the classifi cation of bleeding disorders in thrombocytopenia/ impaired platelet function, coagulopathy and vasculopathy. This second part discusses diagnostic and therapeutic strategies for bleeding patients using the two clinically relevant examples for acquired bleeding disorders, disseminated intravascular coagulation (DIC) and acquired haemophilia with inhibitors. While patients with hereditary bleeding disorders like haemophilia A or B usually have a history of bleeding episodes, patients, family members and medical staff are often caught off guard, when bleeding occurs due to acquired bleeding disorders, where personal and family history are both negative. A quick initial tentative diagnosis and a rapid, purposeful start of therapeutic interventions are mandatory for a positive outcome. Successful treatment of these disorders is amongst others a matter of “time to treatment”. Continuous clinical and laboratory monitoring not only offers the benefi t of treatment tailored to the individual patient, but if successful, also corroborates the initial tentative diagnosis. This second part of our overview also includes suggestions for further reading and information on how to contact scientifi c groups in the fi eld of haemostasis.