Vorlage zum Download: Einarbeitungsprotokoll Durchführung einer Transfusion (Version 1)
Wer spendet das Blut, das wir transfundieren?
Zusammenfassung
In allen europäischen Staaten stehen die Blutspendedienste vor der Herausforderung, ausreichend Blutspender zu rekrutieren. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die gesammelten Spenden in den europäischen Staaten und über soziodemografische Merkmale der Spender. Hierzu werden Daten einer Verbrauchserhebung und der Eurobarometer-Befragungen vorgestellt. Es lassen sich deutliche Unterschiede in den gesammelten Spenden und in der Spendefrequenz in den europäischen Staaten erkennen. In Deutschland werden vergleichsweise viele Spenden gesammelt, wobei die Spender relativ häufig pro Jahr spenden. Wie auch in anderen europäischen Staaten finden sich in Deutschland besonders viele Spender unter verheirateten Männern mit höherem Bildungsabschluss, die aus dem ländlichen Raum stammen.
Donor recruitment is a major challenge for blood establishments all over Europe. This report shows the number of whole blood collections and the average donations per donor in Europe. Furthermore, socio-demographic characteristics of blood donors are described based on the EurobarometerSurvey. The results show clear differences in the annual number of whole blood collections and the average donation per donor. In Germany, the number of collected whole blood donations per 1 000 inhabitants was the highest in all participating countries. Whole blood donors are likely to be male, highly educated, married and from rural areas.
Die DRK-Blutspendedienste suchen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
12th International Donor Registry Conference
15 Jahre hämotherapie
Editorial
Die Rolle der Blutgruppen bei der Versorgungssicherung mit Blutkonserven
Zusammenfassung
Engpässe in der Versorgung der Krankenhäuser mit Erythrozytenkonzentraten (EK) der Blutgruppe 0 RhD negativ treten immer wieder auf. Die Autoren diskutieren Ursachen und mögliche Lösungsvorschläge, um der Verknappung dieser EK vorzubeugen. Neben den Blutspendediensten können auch die Krankenhäuser durch vorbeugendes Management dazu beitragen, dass die für die Notfallbehandlung wichtigen EK der Blutgruppe 0 in ausreichender Menge vorhanden sind und der Verfall an EK der Blutgruppen B und AB reduziert wird. Eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen transfundierenden Ärzten, Mitarbeitern der Blutdepots und des versorgenden Blutspendedienstes führt zu einer konsequenten Umsetzung der Richtlinie Hämotherapie und dem verantwortungsvollen Einsatz der wertvollen Ressource Blut.
In Germany shortages in the blood supply of hospitals occur repeatedly, especially for the packed red blood cell concentrates (RBC) of blood group 0 RhD negative. The authors discuss potential reasons and ways to solve this problem. Both, the blood transfusion services and hospitals, are able to help saving these important resources for emergency hemotherapy and to reduce the waste of RBC blood group B and AB by prophylactic measures and preventive management. A close collaboration between medical doctors, colleagues in charge of the blood banks and the supplying blood transfusion service result in a successful implementation of the applicable guidelines and a responsible use of the valuable resource blood.
Die maschinelle Autotransfusion
Zusammenfassung
Die maschinelle Autotransfusion – das Auffangen, Waschen und Retransfundieren von Wundblut – ist eine effektive Maßnahme, um den Fremdblutbedarf bei größeren Blutverlusten von > 500ml zu reduzieren. Dadurch müssen weniger Patienten den potentiellen Risiken einer Fremdbluttransfusion ausgesetzt werden, was der Patientensicherheit zugutekommt. Bei Patienten mit komplexen Antikörpern oder seltener Blutgruppe, aber auch bei solchen, die allogene Blutprodukte kategorisch, etwa aus religiösen Gründen, ablehnen, sollte die maschinelle Autotransfusion (MAT) immer als eine bluterhaltende Maßnahme Anwendung finden. Vor der Retransfusion müssen Kontraindikationen wie bakterielle oder infektiöse Kontaminationen sicher ausgeschlossen werden. Bei Eingriffen in der Herz- und Gefäßchirurgie sowie in der Orthopädie findet die MAT bereits regelhaft Anwendung. Auch in der Tumorchirurgie und der Geburtshilfe wird nach zusätzlicher Vorbehandlung des Wundblutes bereits teilweise mit autologem Blut gearbeitet, wobei der Einsatz in diesen Fachbereichen noch Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Diskussionen ist.
Cell salvage – collecting, washing and re-transfusing blood lost during surgery – is an effective tool to minimize the need for allogenic red blood cells in the setting of blood loss. Thereby, the number of patients exposed to potential risks of allogenic blood transfusions is reduced and patient safety is increased. For patients presenting with complex antibodies or rare blood types, or for those who refuse transfusion of allogenic RBC for religious beliefs, cell salvage represents an important blood conserving method. Before re-transfusing of salvaged blood, contraindications such as bacterial or infectious contaminations must be excluded. Cell salvaging is commonly used during cardiac and vascular surgery as well as in orthopaedics, whereas its application (with additional cleaning steps) in obstetrics and cancer surgery has been tested but is still discussed by the scientific community.
„Entdecke die Möglichkeiten“ Dauer der Antikoagulation nach venöser Thromboembolie
Zusammenfassung
Die Entscheidungsfindung über die Dauer einer Antikoagulation nach einer ersten, spontanen venösen Thromboembolie (VTE) ist eine der schwierigsten Aufgaben in der Praxis. Grundsätzlich muss das VTE-Rezidivrisiko gegen das Blutungsrisiko des Patienten abgewogen werden. Dies sollte idealerweise ca. 3–6 Monate nach der VTE erfolgen. Während früher eher kategorisierte Empfehlungen gegeben wurden, steht heute ein patientenfokussiertes, individuelles Vorgehen im Mittelpunkt, das auch der Patientenpräferenz einen großen Stellenwert einräumt. Grundlage für die Entscheidungsfindung ist eine gründliche Anamnese, bei der neben Prädiktoren für ein erhöhtes Blutungs- oder Thromboserisiko detailliert auch nach früheren Auslösern, die im Zeitraum von 4–8 Wochen vor der VTE bestanden haben, oder weiteren präsenten VTE-Triggern gefragt werden sollte. Zudem sind weitere Parameter wie beispielsweise D-Dimer-Konzentration nach Ende der Antikoagulation, hereditäre oder erworbene Thrombophilien, Größe und Präsenz eines Residualthrombus bzw. die initiale Thrombuslokalisation und -ausbreitung zu beurteilen. Obwohl die aktuellen Deutschen Leitlinien grundsätzlich keinen Unterschied zwischen einer isolierten Beinvenenthrombose und einer Lungenembolie machen, kann gerade die klinische Schwere des Krankheitsbildes hinsichtlich der Entscheidung für oder gegen eine weitere Antikoagulation eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen. Die Verfügbarkeit der neuen, direkten oder nicht-Vitamin K-abhängigen Antikoagulanzien mit einem gegenüber den Vitamin K-Antagonisten besseren Risikoprofil durch ein insgesamt geringeres Blutungsrisiko hat aktuell ebenfalls eine zunehmende Bedeutung in der Entscheidungsfindung. Vor diesem Hintergrund ist das Spektrum der Antikoagulationstherapie nach VTE deutlich vielschichtiger geworden und verlangt vom beratenden Arzt, neben Zeit für eine ausführliche Beratungsleistung, ein umfangreiches und aktuelles Wissen. Die Neubewertung einer Therapieempfehlung in regelmäßigen Abständen ist zudem empfehlenswert, da sich neben neuen medizinischen Erkenntnissen auch der Gesundheitszustand des Patienten und somit das individuelle Thrombose- oder Blutungsrisiko verändern kann.
The decision-making of the duration of anticoagulation therapy after the first and unprovoked venous thromboembolism (VTE) is one of the most difficult tasks in daily practice. Basically, the recurrence risk of the VTE has to be balanced against patient´s bleeding risk. This should be done approximately three to six months after the VTE. Whereas former recommendations had been more categorized, an individual approach focused on the patient and his preference is nowadays preferred. The decision should be mainly based on a profound history taking which should concentrate on predictors of patient´s bleeding and thrombotic risks as well as on possible triggers that had been present within four to eight weeks prior to clinical manifestation of VTE or that might be still present. Furthermore, parameters such as concentration of ddimers after termination of anticoagulation, hereditary or acquired thrombophilia, size and presence of a residual thrombus or localization and expansion of the initial thrombus have to be evaluated. Although the current German guidelines do not differentiate between an isolated deep vein thrombosis and pulmonary embolism, the clinical impact of the disease may play a major role in the decision pro or contra an unlimited anticoagulation. Additionally, the availability of the new, direct or non-vitamin K-dependent anticoagulants with an improved risk profile due to an overall decreased bleeding risk has an increasing relevance in this decision making process. Therefore, there are nowadays more options for anticoagulation therapy after VTE. Beside an adequate amount of time for giving a detailed advice to the patient, the consulted physician needs a substantial and updated knowledge in this field. Reevaluation of the recommended therapy should be performed regularly due to new findings in medical science and changes in the health status of the patient with possible impact on his thrombotic and bleeding risk.